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Migration und Integration in Deutschland

Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Risikogruppen

Warum haben Einwanderer es schwerer bei der Kreditvergabe?

Je größer das Risiko für die Bank ist, ein Kredit könnte nicht zurückgezahlt werden, desto wahrscheinlicher ist eine Absage. In der Regel sind Menschen betroffen, die wenig oder kein Geld bzw. Einkommen haben und Einwanderer mit befristeten Aufenthaltstiteln.

Reichtum © Nicola @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Gebäudekomplex © Nicola @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

DATUM24. August 2017

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RESSORTWirtschaft

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Angekommen in Deutschland, aber leider nur selten auch angenommen. Einwanderer haben es schwer, in Deutschland Fuß zu fassen. Insbesondere dann, wenn es ums Geld geht, bleibt ihnen eine Chance nach der anderen verwehrt. Gerade hinsichtlich der Vergabe von Krediten stehen Banken oft in der Kritik. Einige Stimmen werfen ihnen aktive Diskriminierung vor. Dabei beziehen sich Banken bei der Kreditabsage in der Regel auf das erhöhte Risiko, dieses steigt nämlich, wenn der Kreditnehmer keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung hat. In diesem Artikel gehen wir auf beide Dimensionen der Kreditabsage genauer ein.

Banken wird Diskriminierung vorgeworfen

Banken sind mächtige Wirtschaftsunternehmen auf einem Markt, auf dem tagtäglich viele Milliarden Euro bewegt werden. Dementsprechend hoch sind die eigenen Absicherungsmaßnahmen. Das Ergebnis schlägt sich darin nieder, dass Risikogruppen im Kreditgeschäft abgelehnt werden. Dazu gehören auch Einwanderer und vor allem diejenigen, die keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und keine Sicherheiten vorweisen können. Das, was zunächst einmal nur auf einem Risikogedanken der Bank beruhen sollte, lässt sich aber auch schnell deutlich negativer interpretieren. Werden Risikogruppen aktiv diskriminiert, anstelle dass man ihnen Hilfe zuteilwerden lässt?

Vor einigen Jahren gab es eine gewaltige Diskussion um genau diese Frage, als sich immer mehr Banken weigerten, Konten für ärmere Menschen zu eröffnen. Deshalb, weil die Konten einen Dispokredit beinhalteten und man befürchtete, dass diese Dispokredite ausgenutzt und niemals zurückgezahlt würden. Die Kunden wurden eiskalt abgewiesen und tatsächlich brauchte es im Nachhinein einen gesetzlichen Beschluss, um die Sache in den Griff zu bekommen und jedem Bürger zu ermöglichen, ein Konto zu eröffnen. Auch im Immobiliengeschäft sieht es kaum anders aus. Denn auch hier werden Kaufinteressenten mit Migrationshintergrund oft Steine in den Weg gelegt.

Keine Willkür im Kreditgeschäft

Ein wichtiges Detail, das beim Konto für Jedermann eine Rolle spielt, muss unbedingt noch erwähnt werden. Jeder kann ein Konto seiner Wahl eröffnen, aber muss unter Umständen auf eine Überziehungsmöglichkeit des Kontos verzichten. Der Gedanke, dass Banken nur einkommensstarke Kunden haben möchten, lässt sich noch so lang weiterdenken. Doch es gibt einen wesentlichen Faktor, der die Absage von Krediten gegenüber Einwanderer und anderen Risikogruppen tatsächlich rechtfertigt. Dieser Faktor nennt sich Bonität.

Niemand würde jemand anderem Geld leihen, wenn von vornherein ein Risiko dafür besteht, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden kann. Bei Einwanderern ist dieses Thema besonders relevant für Banken, vor allem wenn der Antragssteller keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung vorweisen kann. Ein Rückzug ins Herkunftsland könnte die Abwicklung der Rückzahlung erschweren. So die Befürchtungen der Banken.

Die Anforderungen sind generell hoch, wenn man einen der begehrten Niedrigzinskredite erhalten möchte, die sich im Kreditvergleich online finden lassen: zum Beispiel auf https://www.scorekompass.de/#!kreditvergleich. Wer diese Anforderungen schon minimal nicht erfüllt, muss bereits mit höheren Zinsen rechnen. Wer diese Anforderungen zum größten Teil nicht erfüllen kann, erhält eine Absage. Das gilt für Einwanderer ebenso wie für Antragssteller ohne Migrationshintergrund. (pc)

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