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Angela Merkel, an die Türken nach der Rede des türkischen Premiers Erdogan in Köln, März 2008

Bundeswahlleiter

720.000 Wahlberechtigte mit türkischen Wurzeln

Schätzungen des Bundeswahlleiters zufolge sind rund 720.000 Türkeistämmige bei der bevorstehenden Bundestagswahl wahlberechtigt. Damit wären gut ein Prozent der insgesamt 61,5 Millionen Wähler türkeistämmig.

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30.000 Türkeistämmige demonstrieren gegen den Putschversuch in der Türkei © TwitterPictures

Bei der Bundestagswahl am 24. September sind nach Schätzung des Bundeswahlleiters rund 720.000 türkeistämmige Deutsche wahlberechtigt. Statistisch sei die Herkunft einzelner Wählergruppen für die Bundestagswahl allerdings schwer zu erfassen, sagte Bundeswahlleiter Dieter Sarreither am Dienstag in Berlin. Er gehe aber ungefähr von einer solchen Zahl aus.

Damit wären etwas über ein Prozent der insgesamt 61,5 Millionen Wähler türkeistämmig. Basis für die Schätzung sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts der Mikrozensus 2016. Von den rund drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln, die in Deutschland leben, wurden danach Personen unter 18 Jahren sowie jene ohne deutsche Staatsbürgerschaft und ein statistischer Schwund durch Tod herausgerechnet.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte kürzlich die türkeistämmigen Deutschen aufgerufen, keine türkeifeindliche Partei zu wählen und die SPD, Union sowie die Grünen genannt. Dagegen hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) und auch der Verband Türkische Gemeinde in Deutschland verwahrt.

Wahlleiter rechnet mit hoher Wahlbeteiligung

Von den 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind 31,7 Millionen Frauen und 29,8 Millionen Männer. Drei Millionen dürfen zum ersten Mal wählen. 42 Parteien und 4.828 Kandidaten stellen sich dem Wählervotum. Nur 1998 habe es mit 5.062 eine höhere Zahl an Kandidaten gegeben, betonte Sarreither.

Der Frauenanteil bei den Kandidaten liegt bei 29 Prozent und laut Sarreither damit deutlich höher als 2013 (25,8 Prozent). Den höchsten Frauenanteil gab es 1994 (29,5 Prozent). Das Durchschnittsalter aller Bewerber liegt bei 46,9 Jahren, 2013 betrug es 47,4 Jahre. Der jüngste Bewerber ist 18 und kandidiert in Brandenburg, die älteste Kandidatin zählt 89 Jahre und steht auf einer Landesliste in Bayern.

Hoffnungsfroh ist Sarreither bei der Wahlbeteiligung. Die aktuelle politische Atmosphäre deute auf eine höhere Beteiligung hin, sagte er. 2013 lag sie bei rund 73 Prozent. Zudem registriert er ein wachsendes Interesse von im Ausland lebenden Deutschen an der Wahl: Rund 37.000 hätten sich bereits bis 17. August in ein Wählerverzeichnis eintragen lassen, fast doppelte so viele wie zum gleichen Zeitpunkt 2013. (epd/mig)

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