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Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

"Nicht akzeptabel"

Trump schwer in der Kritik wegen Charlottesville

Die Kritik an US-Präsident Donald Trump wegen seiner zögerlichen Verurteilung von rechter Gewalt nach den Ausschreitungen in Charlottesville reißt nicht ab. Trump hingegen wettert gegen die Medien.

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Donald Trump © Gage Skidmore @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

In den USA steht Präsident Donald Trump unter schwerer Kritik wegen seiner Aussagen zu den gewalttätigen Ausschreitungen in der Charlottesville. Bei einer turbulenten Pressekonferenz am Dienstagnachmittag (Ortszeit) im Trump Tower in New York City relativierte der Präsident seine frühere Kritik an der rechtsextremen Kundgebung. Anhänger der Terrororganisation Ku-Klux-Klan und Neo-Nazis hatten sich am Wochenende in der Universitätsstadt in Virginia zu Hunderten zu einem Fackelzug und zum Protest versammelt.

Zahlreiche Menschen wurden bei Zusammenstößen der Rechten mit Gegendemonstranten verletzt. Eine 32-jährige Frau kam ums Leben, als ein Pkw offenbar gezielt in Gegendemonstranten raste. Angeblich kommt der gegenwärtig in Untersuchungshaft sitzende Fahrer aus der rechtsextremen Szene. Zwei Polizisten starben beim Absturz ihres Hubschraubers, der wegen der Lage in Charlottesville im Einsatz war.

Trump massiv in der Kritik

Trump zeigte sich bei der Pressekonferenz am Dienstag äußerst verärgert über die Berichterstattung zu dem Vorfall. Es werde nicht berichtet, dass Gewalt von beiden Seiten ausgegangen sei, sagte Trump und sprach erneut von „Fake-News“-Medien. Er habe die Neo-Nazis verurteilt, doch in Charlottesville hätten „viele Menschen in der Gruppe“ der Rechten „gesetzeskonform“ protestiert. Es gebe auch „sehr gute Menschen“ auf beiden Seiten. Über weit verbreitete Vorwürfe, er habe die Rechtsextremen nicht schnell und spezifisch kritisiert, soll Trump wütend gewesen sein. Am Montag hatte er auf Twitter die Karikatur einer „Trump Lokomotive“ geteilt, die in eine Person mit der Aufschrift CNN rast.

Trumps Äußerungen wurden von mehreren Seiten heftig kritisiert. Der demokratische Gouverneur des US-Bundesstaats Virginia, Terry McAuliffe, sagte in der „New York Times“, Trumps Schuldzuweisung an „beide Seiten“ sei nicht angebracht. Neo-Nazis und der Ku-Klux-Klan seien voller Hass nach Charlottesville gekommen. „Einer hat eine junge Frau ermordet, eine Tat des einheimischen Terrorismus“. Auch Republikaner distanzierten sich. Trumps Kommentar sei „nicht akzeptabel“, sagte der republikanische Sentor Cory Gardner in CNN. Der Sprecher der Repräsentantenhauses, Paul Ryan, betonte, es dürfte „keine moralische Ambiguität“ (Mehrdeutigkeit, Anm. d. Red.) geben. Die Idee der „weißen Superiorität ist abscheulich“.

Großkonzerne verlassen Weißes Haus

Die Gewalt in Charlottesville sei „von Rassisten und Hassgruppen ausgegangen“, erklärte die republikanische Senatorin Susan Collins: „Wir müssen dagegen zusammenkommen“. Sechs Geschäftsführer von Großkonzernen haben „Beratergremien“ des Weißen Hauses verlassen.

Anlass der Demonstration in Charlottesville war die vom dortigen Stadtrat angeordnete Entfernung einer Statue von General Robert E. Lee, der im amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) die Südstaaten angeführt hatte. Die konföderierten Südstaaten spalteten sich von den USA und kämpften für die Beibehaltung der Sklaverei. Trump nahm den Protest gegen die Entfernung der Statue in Schutz. Er frage sich, ob nicht auch bald Statuen von Gründervater George Washington fallen würden. Denn dieser sei auch ein Sklavenbesitzer gewesen. Man müsse sich fragen, „wo das enden soll“.

Beim Verlassen der Pressekonferenz versicherte Trump, er wisse „viel über Charlottesville“. Die Stadt sei großartig, und er besitze dort „eine der größten Weinkellereien in den Vereinigten Staaten“. (epd/mig)

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