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Migrationsforschung wird bundesweit vernetzt

In Berlin ist am Mittwoch das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) gegründet worden. Mit der Bund-Länder-Forschungseinrichtung solle die Arbeit mehrerer Forschungsinstitute besser koordiniert werden, sagte Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD). Hintergrund seien die in den vergangenen Jahren gestiegenen Anforderungen an die Migrationsforschung in einer Einwanderungsgesellschaft.

Im November 2016 hatte der Bundestag den Aufbau des DeZIM beschlossen. Zuständig ist das Bundesfamilienministerium. Von 2017 bis 2020 stehen 6,8 Millionen Euro zur Verfügung.

Neben dem Bund unterzeichneten am Mittwoch als erste Partner das Land Berlin sowie Niedersachsen die Kooperationsvereinbarung für das DeZIM. Mit den Ländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen gebe es bereits Gespräche für eine künftige Zusammenarbeit, hieß es.

Barley: „Wir brauchen mehr Wissen“

„Wir brauchen – wenn es um Migration geht – mehr Wissen“, betonte Barley. Forschungslücken müssten geschlossen und Integration aktiv gestaltet werden. „Falschinformationen und Mutmaßungen müssen wir Fakten entgegensetzen“, sagte die SPD-Politikerin.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, begrüßte die Gründung. „Ich hoffe, dass mit diesem Schritt Forschungen zu Integrations- und Migrationsthemen im Einwanderungsland Deutschland an Sichtbarkeit gewinnen. Ich habe zudem die Erwartung und werde gerne daran mitwirken, dass das DeZIM sich zu einer Ideenschmiede entwickelt und damit Vorreiter der Migrations- und Integrationsforschung wird.“

Özoğuz: Zentrum soll emotionale Debatten versachlichen

Deutschland sei auch im internationalen Vergleich mehr denn je auf eine solide und unabhängige Integrations- und Migrationsforschung angewiesen. „Nicht zuletzt brauchen wir Forschungsergebnisse, um die oft emotional geführten Debatten um Integration und Migration zu versachlichen“, so Özoğuz weiter.

Forschungsthemen, die nun gestärkt werden sollen, seien etwa Fragen zu Fluchtursachen, zu sozialem Wandel, zu Diskriminierung und zur Stärkung der Zivilgesellschaft, erläuterte der Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick. Das DeZIM werde für Politik und Medien als Wissensspeicher und Wissensvermittler zur Verfügung stehen sowie als Scharnier zwischen Politik und Forschung fungieren. (epd/mig)