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Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Nach Anschlag in Kabul

Afghanistan beschuldigt Pakistan

Der schwere Anschlag im Diplomatenviertel von Kabul gibt weiter Rätsel auf. Weder die Taliban noch die Terrormiliz IS verfügten über die Kapazitäten, einen so schweren Anschlag zu verüben.

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US-Amerikanische Truppen in Afghanistan © Lwp Kommunikáció @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Nach dem schweren Terroranschlag mit mehr als 90 Toten in Kabul hat Afghanistan das Nachbarland Pakistan der Mittäterschaft beschuldigt. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani sprach am Donnerstag von einem Kriegsverbrechen. Die Zahl der Verletzten stieg auf rund 450 Menschen. In Deutschland hat der Anschlag nahe der deutschen Botschaft im Diplomatenviertel von Kabul eine neue Debatte über Abschiebungen nach Afghanistan entfacht.

Der afghanische Geheimdienst NSD machte das in Pakistan angesiedelte Haqqani-Netzwerk für die Tat verantwortlich, wie afghanische Medien berichteten. Auch der pakistanische Militärgeheimdienst soll beteiligt gewesen sein. Das Haqqani-Netzwerk ist eine Terrorgruppe mit engen Verbindungen zu den Taliban und Al- Kaida.

Auch am Donnerstag wurden in Kabul noch Menschen vermisst. Die Identifizierung mancher Opfer gestaltet sich wegen des Ausmaßes der Zerstörung, den die Autobombe anrichtete, schwierig. Die Explosion war nach Angaben des amtierenden Bürgermeisters von Kabul, Abdullah Habibsa, so stark, dass sie noch vier Kilometer entfernt Schaden anrichtete.

1.500 Kilogramm-Bombe

Zugleich wurde den afghanischen Sicherheitskräften Versagen vorgeworfen. UN-Generalsekretär António Guterres unterstrich die Notwendigkeit, unschuldige Zivilisten zu schützen. Am Mittwochmorgen hatte ein Selbstmordattentäter im hochgesicherten Diplomatenviertel von Kabul einen Sprengsatz gezündet. Auch die deutsche Botschaft wurde beschädigt und bleibt bis auf weiteres für den Besucherverkehr geschlossen.

Die 1.500 Kilogramm schwere Bombe war nach Polizeiangaben in einem Abwassertanker versteckt. Offenbar hatte der Fahrer versucht, den Laster weiter in die „Grüne Zone“ fahren, in der sich Botschaften und das Nato-Hauptquartier befinden. Er war aber am Sanak-Platz von afghanischen Sicherheitskräften gestoppt worden und zündete daraufhin seinen Sprengsatz.

Täter weiter unbekannt

Auch am Donnerstag blieb unklar, wie der Attentäter überhaupt so weit in die streng bewachte Zone vordringen konnte. Die Opfer waren vor allem Afghanen, die auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule waren. Bei der Explosion kam auch ein afghanischer Wachmann der deutschen Botschaft ums Leben, eine deutsche und eine afghanische Mitarbeiterin wurden verletzt. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag im muslimischen Fastenmonat Ramadan bekannt.

Der NSD erklärte, weder die aufständischen Taliban noch die in Afghanistan unter dem Namen „Daesh“ operierende Terrormiliz IS verfügten über die Kapazitäten, einen so schweren Anschlag zu verüben. Das in Pakistan beheimatete Haqqani-Netzwerk hat bereits zahlreiche schwere Attentate auf Nato-Ziele und ausländische Botschaften in Afghanistan verübt. Afghanistans Beziehungen zu Pakistan sind gespannt. Die Terrorgruppe war von Jalalludin Haqqani gegründet worden, der in den 1980er Jahren mit Hilfe der USA gegen die sowjetische Armee in Afghanistan kämpfte. (epd/mig)

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