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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

1. Quartal 2017

Weniger Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte

Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 93 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte registriert. 86 davon hatten einen rechtsradikalen Hintergrund. Außerhalb der Unterkünfte gab es über 300 Angriffe auf Flüchtlinge mit 47 Verletzten.

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Feuerwehr-Sperrzone © Maik Meid @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Polizei hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 93 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gezählt. Damit sank die Zahl der Attacken auf das Niveau vom Jahresbeginn 2015, bevor in den Folgemonaten deutlich mehr Asylbewerber ins Land kamen, wie die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion berichtet. Damit folgt die entsprechende Statistik des Bundeskriminalamtes der Zahl neu ankommender Flüchtlinge, die seit mehreren Monaten deutlich gesunken ist.

Nach dem Flüchtlingszuzug 2015 hatten fremdenfeindliche Anschläge und Überfälle deutlich zugenommen. Im Gesamtjahr 2015 kam es zu mehr als 1.000 Angriffen, 2016 waren es noch fast 1.000. Zu den Angriffen werden etwa Überfälle, Sprengstoffanschläge, Brandstiftung sowie Körperverletzungen gezählt.

86 von 93 Übergriffe rechtsextremistisch

Im ersten Quartal des laufenden Jahres hätten nach Ministeriumsangaben 86 der 93 Attacken einen rechtsradikalen Hintergrund gehabt, berichtet die Zeitung. Außerhalb der Unterkünfte sei es zu 318 Angriffen auf Flüchtlinge gekommen. Bei den Gewalttaten seien 47 Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder.

Nach Ansicht der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke gibt es keinen Grund zur Entwarnung. „Gewalt und Alltagsterror gegen Geflüchtete scheinen zur Normalität in Deutschland zu werden“, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. (epd/mig)

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