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Studie

Zwei Drittel der Flüchtlinge fühlt sich willkommen

Eine deutliche Mehrheit der Flüchtlinge fühlt sich in Deutschland willkommen, nur jeder Fünfte fühlt sich den Deutschen fern. Das sind erste Ergebnisse einer Umfrage mit Flüchtlingen mit Bleibeperspektive.

Ein Jahr nach Gründung des Forschungsnetzwerks Integrations-, Fremdenfeindlichkeits- und Rechtsextremismusforschung in Sachsen (IFRiS) haben die Wissenschaftler erste Ergebnisse zu Einstellungen von Flüchtlingen vorgestellt. In einer Vorstudie seien 61 Flüchtlinge mit Bleibeperspektive befragt worden, sagte eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen, Antje Röder, am Montag bei der Präsentation in Dresden. Zwei der Ergebnisse: Mehr als zwei Drittel fühlen sich willkommen, fast alle wollen die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben.

Laut der Befragung haben mehr als zwei Drittel Freundschaften mit der ansässigen Bevölkerung geschlossen. Nur einer von fünf Flüchtlingen fühle sich den Deutschen fern, sagte Röder. Befragt wurden Flüchtlinge in sächsischen Gemeinschaftsunterkünften. Die Mehrheit der 61 Teilnehmer ist jung, männlich und muslimisch. Etwa die Hälfte der Befragten ist jünger als 25 Jahre.

Versachlichung der Debatte

Das sächsische Netzwerk, ein Verbund der Universitäten in Dresden, Chemnitz und Leipzig sowie des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, wurde im Juni 2016 erstmals öffentlich vorgestellt. Es hatte seine Arbeit im April 2016 aufgenommen. Die Forscher wollen zur Versachlichung einer aufgeheizten Debatte beitragen. Sachsen stellte eine Anschubfinanzierung von 60.000 Euro bereit.

Perspektivisch will das Netzwerk IFRiS mit Forschern aus anderen Bundesländern und außerhalb Deutschlands zusammenarbeiten. Eine großangelegte Studie wird auf Bundesebene angestrebt. Darin sollen auch Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge einfließen. (epd/mig)