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Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen leicht zurückgegangen

Die Bereitschaft der Deutschen, Flüchtlingen mit Spenden oder persönlichem Engagement zu helfen, ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Bei einer Befragung zum Thema Flüchtlinge im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gaben Ende vergangenen Jahres 32 Prozent an, für Flüchtlinge spenden zu wollen. Anfang 2016 habe dieser Wert noch bei 40 Prozent gelegen, teilte das DIW am Mittwoch in Berlin mit. Die Bereitschaft, sich zu engagieren, sank laut DIW im selben Zeitrum von rund 20 auf elf Prozent.

Angesichts der im Vergleich zu 2015 stark zurückgegangenen Flüchtlingszahlen könnte der Rückgang der Hilfs- und Spendenbereitschaft aber auch auf die Annahme zurückzuführen sein, dass Hilfe derzeit weniger dringend sei, sagte SOEP-Direktor Jürgen Schupp.

Knapp die Hälfte der Befragten äußerte laut DIW große Sorgen über die Einwanderung. Das sei ein mehr als doppelt so hoher Anteil wie vor drei Jahren, erklärte Schupp. In Ostdeutschland lägen die Vorbehalte bei 56 Prozent. Dieser Wert stehe „in deutlichem Widerspruch zum tatsächlichen Anteil von Migranten in Ostdeutschland“, befand das DIW.

Einwanderung: Jeder Zweite skeptisch

Jeder Zweite schätzte die Folgen der Zuwanderung im November 2016 als negativ ein. Das waren etwas weniger als zu Beginn des Jahres, als laut DIW rund 55 Prozent der Befragten negative Effekte befürchteten. Im August allerdings stieg der Wert auf fast 57 Prozent. „Wir vermuten, dass dieser Anstieg eine Reaktion auf Anschläge im Juli war“, sagte Ko-Autor Philipp Eisnecker. Damals hatten der Anschlag von Nizza mit 85 Toten, aber auch das Axt-Attentat in einem Regionalzug in Würzburg und der Sprengstoffanschlag von Ansbach Entsetzen ausgelöst.

Die Fragen zum „Stimmungsbarometer zu Geflüchteten in Deutschland“ wurden im Rahmen des SOEP erhoben, das aktuell rund 11.000 Haushalte mit etwa 30.000 Personen umfasst. Zusätzlich wurden dafür von Januar bis November 2016 monatlich in Zufallsstichproben rund 2.000 wechselnde Personen befragt. (epd/mig)