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Flüchtlings-Baby auf Rettungsschiff geboren

Auf einem Rettungsschiff von „Ärzte ohne Grenzen“ im Mittelmeer ist am Dienstag ein Mädchen namens Mercy geboren worden. Mutter und Kind seien wohlauf, teilten die Hilfsorganisationen „Ärzte ohne Grenzen“ und SOS Mediteranee mit. Sie betreiben das Rettungsschiff „Aquarius“, das allein in der Nacht zum Sonntag innerhalb von 15 Stunden 946 Menschen aus neun Booten aufnahm. Am Dienstag leisteten Mediziner Geburtshilfe an Bord.

Insgesamt hat die „Aquarius“-Besatzung den Angaben zufolge in diesem Jahr bereits 3.761 Menschen gerettet. Fast tausend Menschen in einer Nacht aufzunehmen, war laut SOS Mediterranee eine extreme Herausforderung. „Wir sind froh, alle Geretteten lebend an Bord zu haben“, sagte Rettungskoordinator Klaus Merkle.

„Ärzte ohne Grenzen“ forderte sichere Fluchtwege nach Europa und mehr Einsatz der Behörden. „Anstatt immer neue Pläne zur Abschreckung und Abschottung zu entwickeln, sollte die EU ihrer Verantwortung nachkommen und in Kapazitäten zur Seenotrettung investieren“, forderte Koordinator Michele Trainiti. Solange es keine sicheren Fluchtwege gebe, würden weiterhin verzweifelte Menschen in untaugliche Boote steigen. Die Hilfsorganisation hat mit zwei Schiffen nach eigenen Angaben seit 2015 mehr als 56.000 Menschen gerettet. (epd/mig)