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Arbeitsmarkt braucht mehr Einwanderer

Trotz Einwanderung sinkt das Arbeitskräfteangebot laut einer neuen Studie bundesweit langfristig deutlich ab. „Liegt die jährliche Nettoeinwanderung in den nächsten Jahrzehnten bei rund 200.000 Personen, dann würde die Arbeitskräftezahl von heute 46 Millionen bis 2060 auf unter 40 Millionen sinken“, erklärte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in Nürnberg. Dabei seien die längere Erwerbsbeteiligung Älterer sowie die steigende Berufstätigkeit von Frauen schon eingerechnet.

Um das Arbeitskräfteangebot bis 2060 auf dem heutigen Niveau zu halten, wäre eine jährliche Nettoeinwanderung von 400.000 Personen erforderlich, betonten die Forscher der zur Bundesagentur für Arbeit gehörenden Einrichtung.

Weniger junge Arbeitskräfte

Künftig sinkt den Angaben nach auch die Zahl der Arbeitskräfte jüngeren und mittleren Alters. So waren im Jahr 2015 9,5 Millionen Erwerbspersonen jünger als 30 Jahre. Den Berechnungen zufolge wären es trotz des Zuzuges von jährlich rund 200.000 Personen, was dem langjährigen Durchschnitt entspricht, 2030 gut 8 Millionen und 2060 rund 7,5 Millionen. Die Zahl der 30- bis 49-jährigen Beschäftigten ginge von 20,2 Millionen auf 19,6 Millionen im Jahr 2030 zurück.

In ihrem Fazit halten die Arbeitsmarktforscher fest: „Die Anerkennung Älterer in der Gesellschaft, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Integration von Migranten sind Ziele, deren Stellenwert aus der Arbeitsmarktperspektive heraus noch zunimmt.“ (epd/mig)