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Ex-Präsident Wulff warnt

Keine Garantie mehr für Rechte von Minderheiten

Ex-Bundespräsident Wullf erinnert: Aus dem Land der Dichter und Denker sei bereits einmal das Land der Richter und Henker geworden. Auch heute gebe es keine Garantie dafür, dass das Land liberal bleibt. Der Rechtsextremismus bedrohe die Demokratie.

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hat vor einer Bedrohung der Demokratie durch den Rechtspopulismus gewarnt. Mit Blick auf Erfolge rechtspopulistischer Parteien in Deutschland und Europa sagte Wulff am Mittwochabend in Augsburg, es gebe „keine Garantie mehr, dass unser Land liberal bleibt und die Rechte von Minderheiten achtet“. Das Modell der westlichen Demokratien, das den Schutz von Menschenwürde und Minderheiten in den Vordergrund stelle, sei unter „massivem Druck“.

Der Altbundespräsident appellierte an die Bürger, sich zu engagieren: „Demokratie klingelt nicht, wenn sie geht. Sie ist mit einem Schritt weg, wenn man sich zu wenig für sie einsetzt.“ Wulff erinnerte daran, dass Deutschland mit dem Nationalsozialismus schon einmal eine Zeit erlebt habe, in der Demokratie und Menschenwürde mit Füßen getreten wurden.

Fremdenfeindlichkeit mutig entgegentreten

„Hier in unserem Land wissen wir, dass damals aus dem Land der Dichter und Denker ein Land der Richter und Henker geworden ist“, sagte der frühere Bundespräsident und forderte die Bürger auf, Fremdenfeindlichkeit mutig entgegenzutreten: „Machen Sie sich lieber einmal unbeliebt und ergreifen Sie das Wort der Minderheit, als dass Sie mit dem Strom schwimmen.“

Wulff sprach im Rahmen der Reihe „Augsburger Reden zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft“. Sie ist Teil des Augsburger Programms zum 500-jährigen Reformationsjubiläum. (epd/mig)