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Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

"Warum sollten wir Afrika helfen?"

Donald Trumps Präsidentschaft macht vielen Afrikanern Angst

Von Trump angekündigte Ausweisungen von Afrikanern, ein Ende zollfreier Exporte und das Streichen von Entwicklungshilfe könnten in Afrika Armut und Gewalt verursachen. Dass Despoten auf weniger Kritik aus den USA hoffen, macht die Lage nicht besser.

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Donald Trump © Gage Skidmore @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Mit Donald Trump hat ein neuer Tonfall in die Beziehungen zwischen den USA und Afrika Einzug gehalten, so viel ist sicher. „Warum sollten wir Afrika helfen, wenn es uns selbst schlecht geht?“, heißt es auf einem Fragebogen, der nach Informationen der „New York Times“ im US-Außenministerium und im Pentagon die Runde macht. Der Kampf gegen Terrorgruppen wie die somalische Al-Shabaab wird darin ebenso infrage gestellt wie Programme gegen Aids. Ob den Worten Taten folgen, kann indes niemand sagen. Welche Afrikapolitik Trump hat, oder ob er eine hat, ist weiter unklar.

„Es wird sich nicht viel ändern, weil Afrika und die USA wie bisher der realpolitischen Logik folgen werden“, glaubt Mamadou Thior, Journalist beim senegalesischen Rundfunk. Damit könnte er recht haben, denn Zahlen belegen, dass der öffentlich so afrikafreundliche US-Präsident Barack Obama genauso viel Hilfe nach Afrika überwies wie sein viel kritisierter Vorgänger George W. Bush. Der hatte die Direkthilfe für afrikanische Regierungen auf ungefähr acht Milliarden Dollar für alle Länder südlich der Sahara vervierfacht. Afghanistan allein erhält jährlich 5,5 Milliarden Dollar (rund 5,1 Milliarden Euro) US-Hilfen.

Dass Trump persönlich viel an Afrika liegt, glaubt niemand. Im Wahlkampf erwähnte er den Kontinent eigentlich nur einmal: Als er forderte, dass an Ebola erkrankte US-Amerikaner in Afrika bleiben müssten, um das Virus nicht in die USA einzuschleppen. Ansonsten zog er vor allem über afrikanische Emigranten her. Kurz vor der Wahl erklärte Trump, der Bundesstaat Minnesota habe genug unter den dort lebenden somalischen Flüchtlingen gelitten, die potenzielle Terroristen seien. Bei einer Wahlkampfrede in Wisconsin kündigte Trump an, Afrikaner massenhaft auszuweisen. „Warum bleiben sie nicht in ihren eigenen Ländern? Weil die Regierungen korrupt sind, sie rauben ihre Bevölkerung aus, und dann kommen die Menschen hierher und nehmen uns die Arbeit weg.“

Wenn er Präsident werde, werde er alle Afrikaner nach Hause schicken, drohte Trump. Eine Liste mit 19 Nationalitäten lieferte er gleich mit. Sollte Trump tatsächlich die US-Einwanderungspolitik verschärfen, würde das Afrika hart treffen. Denn viele Afrikaner arbeiten in den USA und schicken Teile ihres Einkommens an Verwandte in der Heimat. 2015 waren das laut Weltbank knapp neun Milliarden Dollar.

Viel dürfte davon abhängen, wer im Außenamt für Afrika zuständig wird. Als wahrscheinlichster Kandidat gilt J. Peter Pham, Afrika-Direktor des Atlantic Council – einer konservativen und tief im Washingtoner Lobbydschungel verankerten Denkfabrik. Seine Positionen sind differenziert: Er warb lange für die Aufhebung der Sanktionen gegen den Sudan. Mitte Januar hob Obama sie tatsächlich auf, unter Protest konservativer Republikaner.

Pham fordert auch den Rücktritt von Kongos Präsident Joseph Kabila. Ein wichtiges Zeichen, denn nicht wenige befürchten ähnliches wie Boubacar Sanso Barry von der Online-Zeitung „Le Djely“ im westafrikanischen Guinea: „Die kleinen und großen Diktatoren des Kontinents werden sich mit einem Präsidenten Trump weniger Sorgen machen müssen als bisher.“ Für Barrys Einschätzung spricht, dass Autokraten wie Burundis Präsident Pierre Nkurunziza oder der seit 30 Jahren regierende Präsident Ugandas, Yoweri Museveni, zu Trumps ersten Gratulanten gehörten.

Afrikas Landwirten und Unternehmen könnte es der gegen Freihandel wetternde Trump auch schwermachen. Das bis 2025 laufende Freihandelsabkommen Agoa sichert vielen afrikanischen Ländern zollfreie Einfuhren in die USA zu – zuletzt in Höhe von 4,1 Milliarden US-Dollar, Öl nicht mitgerechnet. Welche Staaten von Agoa profitieren, entscheidet der US-Präsident jährlich neu. Pham glaubt, Agoa wird bleiben. Ihm zufolge hängen 120.000 amerikanische Arbeitsplätze an dem Abkommen.

Für den Kampf gegen Terror in Afrika oder die Milliarden an Entwicklungs- und Nothilfe gilt das nicht. Sollten die Fragebögen von Trumps Übergangsteam mehr sein als bewusste Provokationen, müsste sich Afrika auf empfindliche Kürzungen gefasst machen. Die Folgen könnten bestenfalls Wirtschaftskrisen, schlimmstenfalls Bürgerkriege sein. Am Ende der Trump-Regierungszeit könnte Afrika nicht nur ärmer, sondern auch instabiler sein als je zuvor. (epd/mig)

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