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Migration und Integration in Deutschland

Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

"Eine Panne"

Ditib entschuldigt sich für Spitzel-Dienste von Imamen

Ditib hat Bespitzelungen für den türkischen Staat eingeräumt. Einzelne Imame hätten Informationen über die Gülen-Bewegung an die Regierung in Ankara weitergegeben. Grünen-Politiker Beck fordert Namensnennung der Imame

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Die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld © MiG

Deutschlands größter Islamverband Ditib hat Bespitzelungen für den türkischen Staat eingeräumt. Imame des Verbandes hätten Informationen über die Gülen-Bewegung an die Regierung in Ankara weitergegeben, sagte Ditib-Generalsekretär Bekir Alboğa am Donnerstag. Die entsprechende schriftliche Anweisung des türkischen Religionspräsidiums Diyanet sei zwar nicht direkt an die Ditib gerichtet gewesen. Trotzdem seien der Anweisung einige wenige Ditib-Imame fälschlicherweise gefolgt. Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte den Verband auf, die Namen der Imame zu nennen.

Ditib-Generalsekretär Alboğa räumte im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst ein, dass etwa drei bis fünf Ditib-Imame in Deutschland Informationen zu der Gülen-Bewegung in die Türkei weitergegeben hätten. Es handle sich um „eine Panne“, die man bedauere. Zugleich warnte er vor einem „Generalverdacht“ gegen Imame der Ditib. Bundesweit gebe es rund 1.000 Imame, die für den Islamverband im Einsatz seien. Man berate Maßnahmen, um zu verhindern, dass es noch einmal zu einer Ausspitzelung komme.

Alboğa bestätigte damit einen Bericht der Rheinischen Post. Zuvor hatten die regierungskritische türkische Zeitung Cumhuriyet und Die Welt berichtet, Ditib-Imame hätten angebliche Anhänger des Predigers Fethullah Gülen in Deutschland bespitzelt. Gülen gilt in der Türkei als Staatsfeind. Präsident Recep Tayyip Erdoğan macht dessen Bewegung für den Putschversuch im Juli vergangenen Jahres verantwortlich.

Beck will Namen der Imame

Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Beck, verwies darauf, dass er bereits im Dezember beim Generalbundesanwalt Strafanzeige in diesem Fall gestellt habe – wegen des Verdachts der Spionage zum Nachteil der Bundesrepublik. Die Bundesanwaltschaft bestätigte den Eingang der Anzeige, machte zum Verfahrensstand aber keine Angaben. Beck erklärte, die Ditib müsse nun der Generalbundesanwaltschaft die Personen benennen, die im Auftrag der türkischen Republik Informationen gesammelt hätten. Nach Angaben von Ditib-Generalsekretär Alboğa sind diese Namen den Behörden bereits bekannt, zugleich unterstrich er die Bereitschaft zur Mitarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden.

Die Spitzel-Affäre war am Mittwoch auch Thema eines Gesprächs zwischen Ditib-Vertretern aus Nordrhein-Westfalen und der Düsseldorfer Landesregierung. Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im vergangenen Jahr stand die Ditib wegen ihrer engen Verflechtung mit dem türkischen Staat wiederholt in der Kritik. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. ahmetzade sagt:

    Ich spreche DİTİB hiermit meine uneingeschränkte Solidarität aus und stehe in allem was sie tut, uneingeschränkt hinter ihr.

  2. Dr. Cengiz K sagt:

    …Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Beck,…

    Die Grünen auf Vendetta Kurs.. In unserer Stadt wurde auch schon bereits die Bauverordnungskarte gezückt.. So plötzlich halt..



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