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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Wohnungsmarkt

Migranten leben seltener im Eigenheim und zahlen höhere Mieten

Migranten leben seltener im Eigenheim, zahlen höhere Mieten und verfügen über deutlich weniger Wohnraum als Menschen ohne Migrationshintergrund. Das teilt das Statistische Bundesamt mit. Auch innerhalb der Personen mit Migrationshintergrund gibt es deutliche Unterschiede.

Haus, Wohnung, Satellitenschüssel, Parabolantenne
Satellittenschüssel © Mátééé auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Im Jahr 2014 unterschieden sich die Wohnsituationen der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland deutlich voneinander. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf Basis des Mikrozensus lebten Menschen mit Migrationshintergrund wesentlich seltener in Wohneigentum (34,5 Prozent) als Menschen ohne Migrationshintergrund (54,8 Prozent). Migranten lebten mit einem Anteil von 6 Prozent doppelt so oft in Wohngebäuden mit mehr als 12 Wohnungen (ohne Migrationshintergrund: 3 Prozent). Sie hatten mit 32,8 Quadratmeter weniger Wohnfläche je Person zur Verfügung (ohne Migrationshintergrund: 47,7 Quadratmeter) und wohnten in Haushalten, die mit 7,26 Euro eine höhere Bruttokaltmiete pro Quadratmeter bezahlten (ohne Migrationshintergrund: 6,69 Euro).

Ein Grund für die höheren Mieten ist, dass Personen mit Migrationshintergrund häufiger in Großstädten wohnten, wo Wohnraum deutlich teurer war als beispielsweise in ländlichen Regionen. Allerdings zahlten Menschen mit Migrationshintergrund auch in Städten höhere Mieten als Menschen ohne Migrationshintergrund. „Der Wohnort kann den Unterschied also nur teilweise erklären“, so das Bundesamt in einer Erklärung.

Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Info: Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

Frühere Studien weisen allerdings darauf hin, dass Migranten aufgrund von Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt gezwungen sind, höhere Mieten in Kauf zu nehmen, um überhaupt eine Wohnung zu bekommen. Auch aufgrund sprachlicher Barrieren hätten Migranten vor Abschluss eines Mietvertrages keine günstige Verhandlungsposition. Der Diskriminierungsschutz des Allegemeinen Gleichbehandlungsgesetzes hilft nur in ganz seltenen Fällen. Migranten sind einer anderen Untersuchung zufolge auch auf dem Kreditmarkt benachteiligt, was sich auf den Eigentumserwerb auswirkt. Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft werden bei Banken in der Kreditwürdigkeit heruntergestuft. Sie müssen in der Regel höhere Zinsen zahlen.

Diese Faktoren schlagen sich letztendlich auch auf die Mietbelastungsquote. So muss ein Migranten-Haushalt im Durchschnitt 27,3 Prozent seines Einkommens für die Miete aufbringen, bei Menschen ohne Migrationshintergrund liegt diese Quote bei 25,1 Prozent.

Weniger Wohnfläche pro Person

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, verfügten Migranten außerdem über deutlich weniger Wohnfläche je Person als Menschen ohne Migrationshintergrund. Dieser Unterschied fand sich sowohl bei Mietern (29,7 Quadratmeter gegenüber 41,5 Quadratmetern) als auch bei Besitzern von selbstgenutztem Wohneigentum (38,8 Quadratmeter gegenüber 53,0 Quadrat­metern). „Die Ursache hierfür liegt überwiegend darin, dass Menschen mit Migrationshintergrund in deutlich größeren Haushalten lebten“, so das Bundesamt.

Die Wohnsituation unterschied sich aber auch innerhalb der Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund: Eingewanderte Ausländer wohnten mit einem Anteil von 76,6 Prozent überdurchschnittlich häufig zur Miete. Diese Quote liegt im Gesamtdurchschnitt aller Menschen mit Migrationshintergrund bei 65,5 Prozent. Wie das Statistikamt außerdem mitteilt, lebten eingewanderte Ausländer in den Haushalten mit den höchsten Bruttokaltmieten pro Quadratmeter (7,48 Euro); ihre Haushalte gaben daher auch den höchsten Anteil ihres Haushaltseinkommens für die Miete aus (28,0 Prozent).

Spätaussiedler wohnten mit einem Anteil von 41,7 Prozent dagegen überdurchschnittlich häufig in ihrem eigenen Wohneigentum (34,5 Prozent bei Migranten insgesamt). Als Mieter zahlten sie deutlich weniger je Quadratmeter (6,86 Euro) als die Menschen mit Migrationshintergrund insgesamt (7,26 Euro). (es)

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6 Kommentare
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  1. Fritz Basseng sagt:

    Deutsch lernen, deutsch sprechen (auch daheim), deutsch lesen (nicht nur Comics, sondern auch Bücher, Zeitschriften)!!
    Und lernen, sich wie Deutsche zu verhalten (also austricksen).

    Austricksen musste ich selbst manchmal als Vater von vier Kindern (einige Male „asozial“ genannt worden, sogar von so genannten GUTEN FREUNDEN)

    Übrigens: Deutsche Hartz 4-er haben oft aus gleichen oder ähnlichen Gründen ebenfalls ähnliche Schwierigkeiten!

  2. posteo sagt:

    Mich würde interessieren, ob die Migranten in der Studie tatsächliche Einwanderer sind, oder ob auch diejenigen dazu zählen, die nur vorübergehend in Deutschland leben. Das begründet natürlich keine höheren Mieten, aber weniger Wohneigentum begründen.

  3. Veronik sagt:

    Jetzt bräuchte man noch Daten aus anderen Ländern um Schlüsse aus diesen Zahlen ziehen zu können. Migranten sind nunmal nicht so einfach mit Einheimischen zu vergleichen, da Migranten ganz objektiv betrachtet nunmal andere Gewohnheiten haben…

  4. posteo sagt:

    Veronik sagt:
    13. Januar 2017 um 14:32

    Jetzt bräuchte man noch Daten aus anderen Ländern um Schlüsse aus diesen Zahlen ziehen zu können.
    ———————————————————————————————-
    In den meisten anderen Ländern ist der Anteil an Wohneigentum höher als in Deutschland. Also müssten Migranten eher bereit sein, Wohneigentum zu erwerben.

  5. Zoran Trajanovski sagt:

    Zu dieser Thema kann ich nur sagen „Soziologi als Wissenschaft“.
    Das Altruistische verhalten von Migranten spielt auch eine entscheidende Rolle einerseits , wiederum Einschüchterungs Mitteln von einheimischen für gegenwertigen Zwecken.

  6. Nanaminze sagt:

    Ich kann aus persönlicher Betroffenheit berichten und die Studien bestätigen. Und wären diese Studien auf den Faktor Islamophobie und „Orient“-Hass der meist weißen, mehrheitsdeutschen Vermieter in Deutschland eingegangen, sähen die Studien noch viel alarmierender und drastischer aus, als sie eh schon sind. Nichts rechtfertigt die grundlose wohnliche Besserstellung von weißen, mehrheitsdeutschen und die seit Jahrzehnten stattfindende Diskriminierung und und absichtliche Verwahrlosung von multikulturellen Wohngegenden. Ich würde mir wünschen, dass diese vor allem islamophobe und auch antiziganistische Diskriminierung auf dem deutschen Wohnungsmarkt von staatlicher Seite endlich viel mehr aufgegriffen wird und staatliche Maßnahmen wie z.B. Kredite und Wohnungsbauprogramme explizit und exklusiv nur für Deutsche- und Menschen mit muslimischer Migrationsbiographie eingerichtet werden. Es ist notwendig, Menschen mit Migrationshintergrund zu mehr Wohnungseigentum und einem Eigenheim zu befähigen und zu ermutigen, damit sie nicht mehr dieser ekelerregenden Diskriminierungssituation auf dem deutschen Wohnungsmarkt schutzlos ausgeliefert sind. Und es ist ebenfalls ein Schutz dieses Eigentums notwendig, damit es dann nicht so endet wie mit dem Flüchtlingswohnheimen (Staatseigentum), wo es praktisch schon zum Volkssport in einigen Teilen der weißen, mehrheitsdeutschen und rechtsgerichteten Bevölkerung geworden ist, Brandanschläge auf diese zu verüben. Oder andere Terroranschläge auf die türkischstämmige, deutsche Bevölkerung durch meist weiße, (ost)-deutsche Bevölkerungsschichten.



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