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Juristisches Nachspiel

Anklage nach Angriff auf Asylbewerber in Sachsen

Der Überfall auf einen 21-jährigen Iraker im sächsischen Arnsdorf sorgte für Aufsehen. Jetzt hat der Fall für die Täter ein juristisches Nachspiel. Ihnen droht nun eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren.

Sieben Monate nach dem Angriff auf einen irakischen Asylbewerber im sächsischen Arnsdorf hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier Männer erhoben. Den Beschuldigten im Alter zwischen 29 und 56 Jahren werde Freiheitsberaubung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Görlitz am Dienstag mit. Ihnen droht nun eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Die deutschen Männer sollen den damals 21 Jahre alten Iraker am 21. Mai aus einem Supermarkt gezerrt und mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt haben. Sie hätten ihn „ergriffen und gegen seinen Willen aus dem Markt gezerrt“, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Zuvor soll es Streit in dem Supermarkt gegeben haben.

Augenzeugen sagten aus, der Iraker habe in dem Markt Kunden und Angestellte belästigt und bedroht. Das Verfahren gegen ihn wurde jedoch nach Angaben der Staatsanwaltschaft eingestellt. Es sei nicht nachgewiesen worden, dass der Iraker eine Zeugin mit zwei in den Händen gehaltenen Weinflaschen bedroht habe, hieß es.

Ein Video von dem Vorfall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Iraker war damals Patient des psychiatrischen Krankenhauses in Arnsdorf. Die Videoaufnahme habe keine Bedrohungslage der Zeugin gezeigt, hieß es. (epd/mig)