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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

WDR-Integrationsgipfel

Hannelore Kraft: Willkommenskultur ist nicht tot

Integration von Flüchtlingen im Brennpunkt: Experten, Politiker und Spitzenvertreter aus Kirche und Gesellschaft nehmen bei einem WDR-Kongress den Satz „Wir schaffen das“ von Bundeskanzlerin Merkel auf und diskutieren über das Wie.

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WDR © Simon @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

DATUM25. November 2016

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RESSORTAktuell, Politik

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Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen trifft nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in der Bevölkerung weiter auf eine breite Zustimmung. „Die Willkommenskultur in unserem Land ist nicht tot, sondern sie lebt“, sagte Kraft am Mittwochabend beim ersten WDR-„Integrationsgipfel“ in Köln. Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass die Integration der zugewanderten Menschen gelingen werde.

Kraft konstatierte eine große Hilfsbereitschaft trotz der aktuellen populistischen Tendenzen in Politik und Gesellschaft. Zugleich räumte die SPD-Politikerin ein, dass Deutschland im vergangenen Jahr auf die ankommenden Menschen nicht gut vorbereitet gewesen sein. Um so mehr sei sie stolz auf das Erreichte und die große Hilfsbereitschaft.

Kanzleramtschef Altmaier sagte, wenn die ersten Erfolge bei der Integration am Arbeitsplatz oder in der Schule zu erleben seien, könnten auch bislang skeptische Menschen überzeugt werden. Die Politik habe „aus den Fehlern der 70er und 80er Jahre gelernt“, betonte Altmaier, der per Live-Schalte aus Berlin an der Diskussion teilnahm.

Woelki: Flüchtlingsfrage nicht ausspielen

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki warnte davor, in der Flüchtlingsfrage gesellschaftliche Gruppe gegeneinander auszuspielen. Auch die bereits hier lebenden Menschen, die Not leiden, dürften nicht aus dem Blick verloren werden, weil sie sonst bei populistischen Parteien Antworten suchten, mahnte der Kadinal.

Errungenschaften wie das Grundrecht auf Asyl dürfen nach Ansicht Woelkis nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Flüchtlingen müsse zudem der Nachzug ihrer Familien ermöglicht werden, um so die Chancen auf eine gelungene Integration zu verbessern. Derzeit ist für Asylsuchende, denen nur der untergeordnete subsidiäre Schutz gewährt wird, der Familiennachzug zeitlich befristet ausgesetzt.

WDR als Impulsgeber

Mit dem erstmals veranstalteten „Integrationsgipfel“ wolle der WDR einen Beitrag als „Impulsgeber“ für eine gesamtgesellschaftliche Debatte leisten und den Dialog befördern, sagte der Gastgeber, WDR-Intendant Tom Buhrow, zur Begrüßung. Das Thema Zuwanderung und Flüchtlinge werde die Gesellschaft noch lange beschäftigen.

Zu den Podiumsteilnehmern in verschiedenen Diskussionsrunden gehörten unter anderen auch die Bochumer Polizistin und Autorin Tania Kambouri, der Münsteraner Politikwissenschaftler Aladin El-Mafaalani, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und der künftige Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. (epd/mig)

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