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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

"Die Wahre Religion"

Theologische Auseinandersetzung statt Verbotsfeier!

Bundesinnenminister hat den Verein „Die wahre Religion“ verboten. Diese Entscheidung wird überwiegend begrüßt, hilft aber nicht weiter. Wirksamer wäre eine inhaltliche Auseinandersetzung und Widerlegung der extremen Positionen. Da sind Muslime gefragt.

VONMohamed Ammer

Mohamed Ammer ist in Berlin geboren und studiert Rechtswissenschaft an der Freien Universität in Berlin. Er ist Gründer der Internetplattform Islamfeindlichkeit.de und Beisitzer und Unterstützer zahlreicher gesellschaftlicher Initiativen und sozialer Projekte. Er nahm an der "Jungen Islam Konferenz" in Berlin teil und unterstützt das Bündnis für Demokratie und Extremismus, welches die arabischen Vereine in Zusammenarbeit mit der CDU in Berlin initiierten.

DATUM16. November 2016

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RESSORTAktuell, Meinung

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Muslime haben das Verbot des Vereins „Die wahre Religion“ überwiegend positiv aufgenommen. Diese extremistischen Bewegungen sind aber nicht mit Verboten zu besiegen, sondern mit einer fundierten theologischen Widerlegung. Die Mehrheit der Muslime engagiert sich bereits gemeinsam mit der Zivilgesellschaft dahingehend mit zahlreichen Projekten.

Diese Bemühungen brauchen jedoch Unterstützung. Das ist nicht immer der Fall und manchmal werden sie sogar konterkariert. So sind zum Beispiel die ständig kritisierten türkischen „Import-Imame“ ein Bollwerk gegen den Extremismus, kommt es jedoch zu politischen Meinungsverschiedenheiten zwischen der Türkei und Deutschland wird das schnell vergessen.

Sexualisierung als Radikalisierungsmotiv

Nach den Sexualstraftaten in Köln, aber auch zuvor haben viele Populisten diese Straftaten religös-instrumentalisiert. So fühlen sich viele junge männliche Muslime in ihren Vorurteilen gegenüber der Mehrheitsgesellschaft bestätigt und greifen zu extremistischen Ansichten, sie sehen sich als Opfer und Gegner der nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft.

Wer Extremismus entgegnen will, muss aufhören, medial und populistisch junge männliche Muslime als „Sexobjekte“ darzustellen, sowie überhaupt den Islam als kulturellen und zivilisatorischen Gegner.

Verbote sind kontraproduktiv

Wird eine Sache verboten, steigen für Menschen die Reize, an dieser Sache teilzunehmen, nahmen sie bereits teil, werden sie es als Bestätigung für ihr Gedankengut sehen.

Beim NPD-Verbotsverfahren argumentieren Experten gerne damit, dass ein Verbot die Mitglieder in den Untergrund zwingt und sie noch radikalere Positionen einnehmen. Auch könnten verbotene Gruppen andere Vereine gründen und unter neue Namen erscheinen. Die selben demokratischen und juristischen Maßstäbe die für Rechtsextremisten gelten, müssen für Extremismus jeder Art und Form gelten.

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