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Gott, Europa und die Welt

Kirchen schweigen über Rechtspopulismus in ihren Gemeinden

Die Synode der evangelischen Kirche verfasst eine lange Erklärung zur Situation in Europa – doch über die Probleme mit Rechtspopulismus in ihren Gemeinden reden die Kirchenparlamentarier kaum. Deutlich hingegen ist die Absage an die Judenmission.

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Ein Kirchenturm © H. Füller @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

VONWiebke Rannenberg

DATUM10. November 2016

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RESSORTAktuell, Gesellschaft

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Drei zentrale Ergebnisse stehen am Schluss der Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg: eine klare Absage an die Judenmission, der Wille, kirchliche Werte in die Diskussion über Europa einzubringen, und die Erkenntnis, dass auch Christen rechtsextreme Ansichten haben und diese mit ihrem Glauben begründen können.

Synodenpräses Irmgard Schwaetzer äußerte sich zuversichtlich, dass die Erklärung zur Judenmission in Landeskirchen und Gemeinden Wirkung haben wird. Die einstimmig verabschiedete Kundgebung sende eine klare Botschaft. Worüber sich der Rat der EKD noch im Jahr 2000 nicht einigen konnte, haben die 120 Mitglieder des Kirchenparlaments nun – klar theologisch begründet und nach langer intensiver Diskussion – festgelegt: „Alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen, widersprechen dem Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels.“

Reaktion auf Trump: Herausforderungen auch außerhalb Europas

Damit waren die Synodalen in ihren theologischen Aussagen klarer als in den gesellschaftlich-politischen. Die sechs Seiten der ebenfalls zum Abschluss der Tagung am Mittwoch beschlossenen Kundgebung „Europa in Solidarität – Evangelische Impulse“ lassen einen roten Faden vermissen. „Wir beziehen klar Position gegen populistische Angstmache und rechte Hetze“, heißt es. Zugleich wollen die Kirchenvertreter mit Europakritikern und verängstigten Menschen sprechen. Sie „überlassen den Rechten und Populisten nicht die Köpfe und Herzen derer, die aus Verunsicherung nach einfachen Antworten suchen“. Unter dem Eindruck des Wahlsiegs von Donald Trump bei der Präsidentenwahl in den USA stehend, fügten sie kurzfristig ein, „dass diese Herausforderungen auch außerhalb Europas sehr große Bedeutung haben“.

Werte wie Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, auf die die Europäische Union gründe, beruhten „auch in der christlichen Tradition“, hielten die Synodalen einstimmig fest.

Christlicher Glaube kann zu rechtsextremen Positionen führen

Seit Monaten wird der oberste Repräsentant der EKD, Ratvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm, nicht müde, auf die christliche Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen hinzuweisen – so wie die Synodalen in ihrer Erklärung auch. Und zum Beginn der Synodentagung hatte er verlangt, „klare Kante“ zu zeigen gegen „völkisches Gedankengut und rechtsextremistische Kampfrhetorik“.

An diesem Punkt aber haben die Protestanten auch unter sich Klärungsbedarf: innerhalb der 20 Landeskirchen und zwischen den Kirchen in Europa. Wie eine von der Synode initiierte Studie „Kirchenmitgliedschaft und politische Kultur“ zeigt, kann der christliche Glaube auch zu rechtsextremen Positionen führen – ebenso wie zu liberalen. Dabei spielt neben der persönlichen Glaubensvorstellung auch eine große Rolle, ob in Gemeinden offen über unterschiedliche Positionen diskutiert wird oder nicht.

Rechtspopulismus in eigenen Gemeinden kein Thema

Doch mit der Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen in den eigenen Gemeinden taten sich die Synodalen in Magdeburg schwer – obwohl sie schon seit 2012 immer wieder Informationen dazu angefordert hatten. Über Probleme, Möglichkeiten und Strategien, wie Gemeinden oder einzelne Christen in der Arbeit gegen rechtspopulistische Ansichten unterstützt werden könnten, redeten die Kirchenparlamentarier nicht.

Auch zwischen den Kirchen in Europa gibt es zum 500. Reformationsjubiläum keine einheitliche Meinung. In einigen osteuropäischen Ländern wollen Geistliche nicht den Politikern widersprechen, die allerhöchstens christliche Flüchtlinge, auf keinen Fall muslimische, aufnehmen wollen. Doch zur Podiumsdiskussion zu Europa saßen sich mit Frère Alois, Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé, und Antje Jackelén, Erzbischöfin der Kirche von Schweden, zwei Kirchenvertreter gegenüber, die für die Aufnahme von Schutzsuchenden und für den Dialog plädierten – wenn auch die schwedische Erzbischöfin dafür in ihrer eigenen Kirche angefeindet wird. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. karakal sagt:

    Bei den Verantwortlichen der evangelischen Kirche herrscht offensichtlich immer noch die Meinung vor, die Juden stünden ihnen näher als die Muslime. Auch der Islam hat die zehn Gebote – außer der Sabbatruhe – und andere grundlegende Werte der christlichen Religion und andere Gemeinsamkeiten, nur sind sie dort anders formuliert, so daß sie Unkundigen nicht so leicht auffallen. Eine der größten Gemeinsamkeiten ist die Person Jesu Christi, die bezüglich der Juden völlig fehlt, nur daß im Islam Jesus Christus ein Prophet und Gottesgesandter, Gottes Wort und Geist von Ihm, jedoch nur Mensch und nicht Teil einer göttlichen Dreieinigkeit ist. Daher wäre seitens der evangelischen Kirche auch eine Absage an die Missionierung von Muslimen angebracht.

  2. Han sagt:

    Eine etwas oberflächliche Analyse der Gefahrenlage. Der wesentliche Unterschied zwischen den minoritären Monotheisten und den majoritären Rechtskatholizismus und den Protestanten und Evangelikalen ist der aggressive Missionsgedanke. Der Schwerpunkt des Christentums hat sich längst in den Trikont verschoben. Der Rechtskatholizismus kämpft gegen den Linkskatholizismus für die Rechte der Großgrundbesitzer. Man denkt in Deutschland diesen Klassenkampf immer den Zusammenhang zu Beatrix von Storch. Tatsächlich engagiert sich das Adels-Netzwerk, in der die Frau von Storch drin ist auch für die Großgrundbesitzer in Brasilien.

    Der Vatikan ist ein Partner im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion gewesen und half mit christlicher Propaganda, Missionsschulen und Gender Erziehung mit, die Menschen zu Untertanen zuzurichten. Großkirchen reden im Rundfunkrat mit. Klöster werden für die Verschleierung von illegalen Parteispenden genutzt.

    Der Skandal mit dem Kloster der Steyler, um anonym Parteispenden zu geben, die zudem auch noch steuermindernd wirken, ist eigentlich nur die Spitze des Eisberges. Durch das Privilegienbündel haben Großkirchen das Recht, Grundstücke und Kunstwerke genehmigungsfrei zu handeln. Beide Güter eignen sich für Geldwäsche.

    Die orthodoxen und muslimischen Verbände sind an ihrer Lage selber schuld, wenn sie sich in Kampagnen gegen den Genderismus und Frühsexualisierung einbinden lassen. Das Migazin sollte mal mehr die Presse in Südamerika, Polen, Italien und die des Vatikan Staates beobachten, und sich ein Bild über die Großkirchen zu machen. In schönen regelmäßigen Abständen finden Morde im Vatikan statt, um Korruption und Geldwäsche zu verschleiern. Immer wieder wird versucht Goldbestände aus der Schweiz in den Vatikan Staat zu schaffen.



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