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Einstimmiges Jury-Votum

Denkmal für Opfer der NSU-Anschläge in Köln

Eine ungewöhnliche Betonplatte soll an die Opfer der NSU-Anschläge in Köln erinnern. Standord steht noch nicht fest, soll aber in unmittelbarer Nähe zur Keupstraße sein. Derweil wurden in Zwickau Bänke zur Erinnerung an die NSU-Opfer gestohlen.

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Die NSU verübte auf der Keupstrasse in Köln ein Nagelbombenanschlag © Christoph Brammertz @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Mit einem ungewöhnlichen Entwurf soll den Opfern der NSU-Anschläge in Köln ein Denkmal gesetzt werden: Eine Betonplatte, die dem Grundriss eines bei einem Bombenanschlag schwer beschädigten Hauses in der Kölner Keupstraße nachempfunden ist, soll zu einem Ort der Begegnung werden. „Eine App stellt dann virtuell die dazugehörigen Wände des Hauses in Form von Filmbeiträgen und Bildern auf den Smartphones der Besucher her“, sagte Werner Jung, Direktor des Kölner NS-Dokumentationszentrums, am Montag bei der Präsentation. Der Entwurf stammt von dem Berliner Künstler und Kunstprofessor Ulf Aminde.

Aminde sei es gelungen, einen Entwurf mit „Kunstsachverständnis“ vorzulegen, der die unterschiedlichsten Anforderungen erfülle und langfristig und nachhaltig erinnern könne, sagte Jung: „Und das ganz Besondere: Es gab ein einstimmiges Votum der Jury.“ Die rund 20-köpfige Jury, in der neben Vertretern aus Kunst und Kultur auch Anwohner der Keupstraße saßen, wählte Amindes Entwurf aus insgesamt neun Bewerbungen aus. Der Vorschlag muss noch vom Stadtrat angenommen nehmen, „aber wir sind sehr optimistisch“, sagte Jung. Das Denkmal soll insgesamt 50.000 Euro kosten, wovon 7.000 Euro als Honorar an den Künstler gehen.

In unmittelbarer Nähe zur Keupstraße

Wo das Denkmal mit einer Betonplatte von 25 mal 6 Metern realisiert wird, steht noch nicht fest. „Aber uns ist allen klar, dass es in unmittelbarer Nähe zur Keupstraße sein muss“, sagte Jung. Nach Worten des Künstlers Aminde ist geplant, die virtuellen Wände des Denkmals mit Beiträgen zu bespielen, die etwa von Kölner Schülern und Studenten produziert wurden. Auch die Vertreterin der Interessensgemeinschaft der Keupstraße, Meral Şahin, lobte den Entwurf: „Wir wollten etwas, dass sich weiterentwickelt und das für Verständigung steht. Und genau das ist es geworden.“

Der Rat der Stadt Köln hatte bereits 2014 beschlossen, ein Denkmal zu errichten, das an die Anschläge der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) erinnern soll. Bei zwei Anschlägen in Köln im Jahr 2001 in der Probsteigasse und im Jahr 2004 in der Keupstraße wurden rund 20 Menschen teilweise schwer verletzt. Die Opfer gerieten unmittelbar nach den Anschlägen zum Teil selbst ins Visier der Ermittler. Der NSU ist mutmaßlich für zehn Morde an Migranten und einer Polizistin sowie für weitere rassistische Straftaten verantwortlich. Noch bis zum 20. November sind im NS-Dokumentationszentrum am Kölner Appellhofplatz alle eingereichten Entwürfe für das Denkmal ausgestellt.

Zwickau: Bänke zur Erinnerung an die NSU-Opfer gestohlen

Derweil wurden in Zwickau zwei der elf aufgestellten Bänke zur Erinnerung an die NSU-Opfer des gestohlen. Der Vorfall habe sich in der Nacht zu Dienstag ereignet, teilte die Polizeidirektion Zwickau mit. Der Sachschaden könne noch nicht beziffert werden. Bei einer Attacke zuvor waren bereits sieben Bänke von Unbekannten mit weißer Farbe beschmiert worden.

Das Mahnmal für die Opfer des NSU steht erst seit Freitag auf dem Zwickauer Schumannplatz. Die Künstlergruppe „Sternendekorateure“ hatte die elf farbigen Holzbänke aufgestellt. Verzeichnet sind auch die Namen der NSU-Opfer. Die Initiative reagierte auf die neuerliche Attacke mit Entsetzen. „Es ist traurig, es ist empörend und sagt leider so viel aus“, hieß es. Die Täter seien mit krimineller Energie vorgegangen. Die Bänke seien gut verkabelt und verschraubt gewesen. (epd/mig)

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