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Vermutlich mehr als 200 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Mehr als 200 Menschen sind beim Überqueren des Mittelmeers vermutlich ertrunken. Zwei Boote mit mindestens 239 Insassen seien vor der libyschen Küste untergegangen, erklärte die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR für Südeuropa, Carlotta Sami, am Donnerstag in Rom mit. Das hätten Überlebende bei ihrer Ankunft auf der Insel Lampedusa berichtet. Sie stammten mehrheitlich aus Guinea und seien in der Nacht auf Donnerstag bei einer Rettungsaktion der italienischen Küstenwache auf die Insel gebracht worden.

Am Mittwoch waren im südlichen Mittelmeer zwölf Leichen geborgen worden. In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Todesopfer bei der Mittelmeerüberquerung gestiegen, weil immer mehr Flüchtlinge versuchen, von Libyen aus die italienische Küste zu erreichen. Täglich kommen mehrere Tausend Bootsflüchtlinge in Italien an. Die meisten von ihnen werden vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen 2016 vor dem jüngsten Unglück bereits fast 4.000 Menschen bei der Überquerung des Mittelmeers ums Leben. Von Anfang Januar bis Ende Oktober erreichten demnach 333.000 Menschen Europa über diesen gefährlichen Weg. (epd/mig)