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Migration und Integration in Deutschland

Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Keine Leitkultur

Soziologin schlägt Integrationskurse auch für Deutsche vor

Sozilogin Treibel wirft Einheimischen vor, sich ohne jede Not Veränderungen zu verschließen. Dabei sei Einwanderung ein wichtiges Element moderner Gesellschaften. Deshalb fordert sie Integrationskurse für alle.

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Integrationskurs © cdsessums auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

DATUM31. Oktober 2016

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RESSORTAktuell, Gesellschaft

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In Zeiten anhaltender Migration müssen sich nach Überzeugung der Soziologin Annette Treibel auch Einheimische in das Einwanderungsland Deutschland integrieren. Die Karlsruher Wissenschaftlerin plädierte bei einer Diskussionsveranstaltung am Donnerstagabend in Düsseldorf für „Integrationskurse für alle“. Obwohl Deutschland inzwischen ein Einwanderungsland sei, weigerten sich viele Deutsche und auch bereits vor vielen Jahren Zugewanderte nach wie vor, ihren Anteil an der Integration zu leisten.

Zu viele Deutsche würden sich zudem ohne jede Not den aktuellen Veränderungen verschließen, kritisierte Treibel weiter. Einwanderung sei ein wichtiges Element moderner Gesellschaften. Dabei gehörten Konflikte zur Integration dazu, allerdings nicht auf dem „Erregungslevel“ der vergangenen zwei Jahre, sagte die Wissenschaftlerin.

Soziologin gegen Leitkultur

Es gehe nicht an, dass sogar in Deutschland geborene und aufgewachsene Menschen mit Migrationshintergrund immer noch gefragt würden, wo sie eigentlich herkämen oder warum sie trotz ihres anderen Aussehens so gut Deutsch sprechen könnten, kritisierte die Professorin vom Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Als „Einwanderungsland wider Willen“ müsse sich Deutschland „nicht über widerwillige Einwanderer wundern“.

Zuwanderer, Asylbewerber und Flüchtlinge sollten die Perspektive bekommen, „einheimisch zu sein“, sagte die Soziologin. „Einheimisch ist man dann, wenn man mit den Verhältnissen an seinem Wohnort vertraut ist.“ Treibel sprach sich dafür aus, statt der oft geforderten Leitkultur das Leitbild einer Einwanderungsgesellschaft zu propagieren. „Dazu gehört auch das Bewusstsein, dass man deutsch auch werden kann.“ (epd/mig)

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