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Bildung und Arbeitsmarkt

Migranten zweiter Generation überflügeln Einheimische

Einwanderer der zweiten Generation in der EU sind in der Regel gut in den Arbeitsmarkt integriert und haben ein höheres Bildungsniveau als Einheimische. Das geht aus Daten des Eurostat hervor. Deutschland weicht jedoch vom Durchschnitt ab.

Migranten der zweiten Generation in der EU besitzen im Durchschnitt öfter einen sehr hohen Bildungsabschluss als die übrige Bevölkerung. Deutlich mehr als jeder Dritte der 25- bis 54-Jährigen konnte 2014 einen Hochschulabschluss vorweisen, wie das EU-Statistikamt in Luxemburg mitteilte. Bei den Einwohnern ohne Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 54 Jahren konnten nur 30,9 Prozent einen Hochschulabschluss vorweisen.

Migranten der ersten Generation schnitten unterschiedlich gut ab. Diejenigen, die in einem anderen EU-Staat geboren waren, kamen auf 33,3 Prozent. Bei den Migranten, die von außerhalb der Union eingewandert waren, waren es 29,4 Prozent. Damit stellten diese Migranten der ersten Generation im Schnitt den niedrigsten Wert aller Gruppen.

Deutschland kein Durchschnittsland

Betrachtet man die einzelnen EU-Länder, ergibt sich wiederum ein differenziertes Bild. Deutschland entsprach nicht dem Durchschnitt; allerdings wies Eurostat darauf hin, dass die Datenbasis für Deutschland eine andere gewesen sei als für die übrigen EU-Staaten. Demnach wiesen in Deutschland die Einwohner ohne Migrationshintergrund in der genannten Altersgruppe mit 29,2 Prozent die höchste Rate der universitären Bildung auf. Wie in der EU insgesamt hatten aber die Migranten der zweiten Generation mehr Hochschulabschlüsse als die der ersten Generation, nämlich 25,1 Prozent gegenüber 23,7 Prozent. Irland, Dänemark und die Niederlande waren in der Statistik nicht berücksichtigt.

Gute Arbeitsmarktintegration von Einwanderern

Ein ähnliches Bild zeichnen die Daten auch bei der Arbeitsmarktintegration. Im Jahr 2014 waren auf EU-Ebene 81,1% der Einwanderer der zweiten Generation zwischen 25 und 54 Jahren mit mindestens einem in der EU geborenen Elternteil in Beschäftigung. Dieser Anteil war etwas höher als bei den im Inland geborenen Personen ohne Migrationshintergrund (78,6%, ein Unterschied von 2,5 Prozentpunkten) und 7,1 Prozentpunkte höher als bei Einanderern der zweiten Generation mit zwei außerhalb der EU geborenen Elternteilen (74,0 Prozent). Zudem war die Beschäftigungsquote bei den Einwanderern der zweiten Generation mit EU-Hintergrund höher als bei Einwanderern der ersten Generation, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat (Unterschied von 4,0 Prozentpunkten) oder in einem Drittstaat (15,6 Pp.) geboren wurden.

Laut Eurostat weicht Deutschland auch bei der Arbeitsmarktinegration vom EU-Durchschnitt ab: Während 86 Prozent aller im Inland geborenen ohne Migrationshintergrund beschäftigt waren, waren es bei Einwanderern der zweiten Generation 80,6 Prozent. Einwanderer der ersten Generation kommen weisen eine Beschäftigungsquote von 72,8 Prozent auf. (epd/mig)