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Fachkräftemangel bleibt trotz Bevölkerungszuwachs bestehen

Das Bevölkerungswachstum in Deutschland wird einer Studie zufolge nicht ausreichen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Besonders in Gesundheitsberufen und technischen Berufen werde es weiterhin zu wenig Arbeitskräfte geben, prognostiziert eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, die am Donnerstag in Bonn veröffentlicht wurde. Mehr Arbeitskräfte als nötig werde es allerdings unter anderem in den IT- und naturwissenschaftlichen Berufen geben.

Aufgrund des Zuzugs von Flüchtlingen und EU-Bürgern gehen die Forscher davon aus, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland bis 2023 von rund 81,2 Millionen auf etwa 83,4 Millionen Einwohner ansteigen wird. Die Flüchtlinge stünden dem Arbeitsmarkt allerdings erst nach und nach zur Verfügung, heißt es in der Studie. Der Grund dafür sei, dass fast ein Drittel der Geflüchteten derzeit noch unter 20 Jahren ist. Auch brauche die Integration am Arbeitsmarkt Zeit.

Mehr Rentner als Berufseinsteiger

„Weitere Informationen in der Ausgabe von BIBB REPORT (Heft 3/2016): „Die Bevölkerung wächst – Engpässe bei fachlichen Tätigkeiten bleiben aber dennoch bestehen“. Die Ausgabe kann kostenlos heruntergeladen werden.

Der Studie zufolge beenden im Zeitraum von 2014 bis 2035 rund 12,1 Millionen Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ihre Erwerbstätigkeit. Dem stehen aber nur 9,2 Millionen Berufseintritte gegenüber. Umgekehrt verhält es sich laut den Forschern bei einem akademischen Abschluss. Hier scheiden 3,9 Millionen aus dem Beruf aus, rund 6,5 Millionen werden dem Arbeitsmarkt neu zur Verfügung stehen.

Die Studie ist in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung und dem Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik entstanden. (epd/mig)