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Migration und Integration in Deutschland

Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

Integration

Studie attestiert Unternehmen starkes Engagement für Flüchtlinge

Einer aktuellen Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge engagieren sich Unternehmen für die Integration von Flüchtlingen. Sie stünden aber vor großen Herausforderungen. Dass Flüchtlinge direkt einen Job bekommen, sei eher die Ausnahme.

Computer, Arbeit, Schreibtisch, Maus, Tastatur, Hand
Arbeit am Computer © f_mafra @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Viele Unternehmen engagieren sich einer Studie zufolge bei der Integration von Flüchtlingen, auch über ihr eigenes Interesse hinaus. Neben ökonomischen Interessen spiele auch die soziale Verantwortung eine Rolle, heißt es in einer aktuellen Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Große Unternehmen könnten zwar oft an bestehende Programme anknüpfen, mit denen sie schon seit Jahren benachteiligten Jugendlichen eine Brücke in Ausbildung oder Beschäftigung bauten. Die neue Zielgruppe der Flüchtlinge stelle die Betriebe aber vor besondere Herausforderungen, hieß es.

Das gelte insbesondere für die sprachlichen Fähigkeiten. Die befragten Experten in den Unternehmen erklärten laut Studie, dass die in den staatlichen Integrationskursen vermittelten Sprachkenntnisse auf dem Level B1 nicht ausreichten, um eine Ausbildung zu absolvieren. „Nicht zuletzt dieses Problem macht deutlich, dass viele Unternehmen bei ihrem Engagement für die Flüchtlingsintegration nach wie vor zwangsläufig in einer Art Testphase stecken, die sie nur mit überschaubaren Teilnehmerzahlen bewältigen können“, sagte Michaela Kuhnhenne, Bildungsexpertin der Hans-Böckler-Stiftung.

Konzerne stehen Flüchtlingen aufgeschlossen gegenüber

Die insgesamt zwölf untersuchten Konzerne stünden der Integration von Flüchtlingen aufgeschlossen gegenüber und hätten eine Reihe von Aktivitäten entwickelt, erklärten die Autoren Andrea Müller und Werner Schmidt vom Forschungsinstitut für Arbeit, Technik und Kultur in Tübingen. Zum einen förderten sie die gesellschaftliche Integration, indem sie etwa die Arbeit von Verbänden, Kommunen und Initiativen durch Spenden unterstützen, Werkswohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung stellen oder Beschäftigte für ehrenamtliches Engagement freistellen. Zum anderen gebe es Angebote zur beruflichen Integration wie Praktika, Sprachkurse und zusätzliche Ausbildungsplätze für Flüchtlinge.

Dass Flüchtlinge direkt einen regulären Job bekommen, sei eher die Ausnahme, erklärten die Autoren. Der Grund sei die relativ niedrige Zahl an Einfacharbeitsplätzen mit geringen fachlichen und sprachlichen Anforderungen. Für hoch qualifizierte Tätigkeiten seien nur wenige Flüchtlinge ausgebildet. Um ihnen berufliche Perspektiven zu eröffnen, sei es daher unumgänglich, für eine angemessene Qualifizierung zu sorgen.

Die Anstrengungen der untersuchten Konzerne bezeichneten Müller und Schmidt als durchaus bemerkenswert. Schließlich hätten Großunternehmen in der Regel keine Schwierigkeiten, Bewerber für ihre vergleichsweise attraktiven Ausbildungsplätze zu finden. Dass sie sich trotzdem für Integration einsetzen, dürfte nach Einschätzung der Wissenschaftler nicht nur Imagegründe haben, sondern auch mit der Mitbestimmung zusammenhängen: In die Entscheidungsfindung von mitbestimmten Unternehmen fließe die Perspektive von Beschäftigten und Gesellschaft ein. (epd/mig)

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