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Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

USA

Nigel Farage sieht realistische Chancen für Trump als Präsidenten

Donald Trump lebt von Provokationen und populistischen Forderungen. Dass diese letztendlich auch realistisch und umsetzbar sind, das darf jedoch durchaus bezweifelt werden. Dennoch stehen die Vereinigten Staaten vor einem Scheideweg.

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USA © cloudbuilding @ flickr.com (CC2.0), barb. MiG

Durch die Medien ging die Ankündigung, Donald Trump, der US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner, wolle in Zukunft seinen Wahlkampf ruhiger, weniger populistisch und rassistisch führen. Der Populist, der in der Vergangenheit mehrfach mit großen Schlagzeilen und rassistischen Kommentaren für Aufsehen sorgte, widerlegte jedoch in alter Manier alle Vermutungen der Presse und holte sich den britischen Politiker der UK Independence Party Nigel Farage auf die Bühne.

Damit stehen nun zwei Rechtspopulisten Seite an Seite auf den politischen Bühnen Amerikas und wettern gegen die demokratische Kandidatin Hillary Clinton. Farage, der schon den ersten politischen Schock dieses Jahres, den britischen Austritt aus der Europäischen Union, anführte, ist nun dazu bereit, den nächsten Schock vorzubereiten und Trump in den Chefsessel im Weißen Haus zu befördern. Ebenso wie Trump ist Farage ein Mann großer provokanter Worte und ließ auf einer Wahlkampfveranstaltung in Jackson, Mississippi wissen: „Wäre ich ein amerikanischer Bürger, dann würde ich nicht mal für Hillary Clinton stimmen, wenn ich dafür bezahlt würde.“

Noch vor wenigen Wochen hatte sich Farage von einigen Wahlkampfforderungen und –versprechen Trumps distanziert, doch diese Differenzen scheinen aus dem Wege geräumt. „Ihr könnt Washington besiegen“, machte Farage auf selbiger Wahlkampfveranstaltung Stimmung gegen das Establishment, dem Clinton seit langer Zeit angehört und das vor allem von jungen Wählern kritisiert wird. Die Chancen für einen Sieg Trumps sind laut der jüngsten Umfragen zwar gefallen, doch abschreiben darf man den selbsternannten Immobilienmilliadär nicht.

Donald Trump lebt von Provokationen und populistischen Forderungen, das ist weithin bekannt. Dass diese letztendlich auch realistisch und umsetzbar sind, das darf jedoch durchaus bezweifelt werden. So gab Trump bekannt, mit ihm als Präsidenten werde es keine Einreisen von Muslimen in die USA mehr geben. Die Reaktionen der amerikanischen Bürger bewegten sich zwischen Erregung und größtem Lob. Hier lässt sich par exellence erkennen, wie der Präsidentschaftswahlkampf die USA gespalten hat.

Ähnlich absurde Forderungen Trumps erregten bereits im vergangenen Jahr die Gemüter und sorgten für große Protestbewegungen. Damals erklärte Trump seine Absicht, per Gesetz alle Muslime in den Vereinigten Staaten registrieren zu lassen und somit eine Datenliste erstellen zu können. Begründet wurde eine derartige Datensammlung mit den Anschlägen des 11. September und der Priorität der inneren Sicherheit. Im Allgemeinen hatte es Trump mehrfach auf die muslimisch-gläubigen der amerikanischen Gesellschaft abgesehen, woraufhin diese sich gegen Trump wendeten.

Abzuwarten bleibt, ob mit einem Wahlsieg Trumps dem sich abzeichnenden Rechtsruck weiterhin Vorschub geleistet wird, oder ob eine Spaltung, Radikalisierung und Fremdenfeindlichkeit mit einem Wahlsieg Clintons verhindert werden kann.

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