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Verbot gekippt

Südafrikanische Schülerinnen dürfen Afro tragen

Ein Verbot von Afrofrisuren an einer Mädchenschule in Südafrika wurde zum landesweiten Politikum. Die Behörden haben das Verbot nun gekippt. Im Raum stehen weitere Rassismusvorwürfe: Verbot von afrikanischen Sprachen sowie rassistische Ausfälle von Lehrern.

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Demonstration gegen das umstrittene Verbot von Afrofrisuren an einer Mädchenschule in Südafrika © twitter

Nach Protesten haben die Behörden in Südafrika das umstrittene Verbot von Afrofrisuren an einer Mädchenschule gekippt. Weitere Vorwürfe von Rassismus an der Schule in Pretoria würden untersucht, erklärte am Dienstag das Kultusministerium der Provinz Gauteng. Die Proteste schwarzer Schülerinnen gegen das Verbot hatten in ganz Afrika Unterstützung erfahren. In sozialen Medien verbreitete sich der Hashtag „StopRacismAtPretoriaGirlsHigh“ (Stoppt Rassismus an der Pretoria Girls Highschool).

Spätestens seit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA der 1960er und 1970er Jahre ist der Afro mehr als eine Frisur: Er gilt als politisches Statement und Ausdruck von Stolz auf die schwarze Hautfarbe. Der Widerstand der Schülerinnen war deshalb von Beginn an auch als politischer Protest gegen die anhaltende Rassendiskriminierung in Südafrika verstanden worden. Der für Schulen zuständige Minister im südafrikanischen Kabinett, Nathi Mthethwa, hatte sich am Montag hinter die Schülerinnen gestellt.

Die Entscheidung des Kultusministeriums von Gauteng stellt weiterhin klar, dass Schulkinder an der Pretoria Girls High School sich in afrikanischen Sprachen unterhalten dürfen. Auch dies war nach der Schulordnung verboten worden, während das vorwiegend von Weißen gesprochene Afrikaans toleriert wurde. Mutmaßliche rassistische Ausfälle von Lehrern und weißen Schülerinnen sollen untersucht werden. (epd/mig)

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