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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

Stephan Weil

Wohnungsbau muss Beiträge zur Integration leisten

Niedersachsens Ministerpräsident Weil nimmt bei der Integration von Flüchtlingen den Wohnungs- und Städtebau in die Pflicht. Gefragt seien umfassende Wohnkonzepte für den kleinen Geldbeutel.

Haus, Wohnung, Satellitenschüssel, Parabolantenne
Satellittenschüssel © Mátééé auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat weitere Schritte zur Integration von Flüchtlingen angemahnt. Insbesondere der Wohnungs- und Städtebau müsse dauerhafte Beiträge dazu leisten, sagte er am Montag bei der dritten Integrationskonferenz des Aktionsbündnisses „Niedersachsen packt an!“ in Hannover. „Entgegen allen Formen von Angstmacherei, Miesmacherei und Fremdenfeindlichkeit stehen wir für ein weltoffenes Niedersachsen, das Menschen in Not hilft“, betonte der Ministerpräsident unter Applaus.

„Viele geflüchtete Menschen werden hier Wurzeln schlagen und dauerhaft Niedersachsen und Niedersächsinnen bleiben“, sagte Weil. Die Politik dürfe jedoch nicht den Fehler machen, bei der Integration die Bedürfnisse der Einheimischen zu vernachlässigen. Gefragt seien umfassende „Wohnkonzepte für den kleinen Geldbeutel“.

500 Teilnehmer aus Politik, Kommunen und Verbänden

Zu der Konferenz waren rund 500 Teilnehmer aus Politik, Kommunen und Verbänden unter dem Titel „Werkstatt Wohnen und Leben“ ins Kongresszentrum gekommen. In Workshops diskutierten sie darüber, wie die Flüchtlinge möglichst gut in den Wohnungsmarkt integriert werden können. Unter anderem ging es um eingliedernde Wohnkonzepte und um die Frage, wie möglichst schnell bezahlbare Wohnungen für alle geschaffen werden können.

Der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Marco Trips, schlug vor, einige Baustandards wie etwa Auflagen zum Schallschutz zu vereinfachen, um schneller und günstiger bauen zu können. Im vergangenen Jahr hatten sich Kirchen, Gewerkschaften und Unternehmerverbände mit der Landesregierung zu dem Bündnis zusammengeschlossen, um die Integration der Flüchtlinge im Land voranzubringen. Zwei Konferenzen zu den Themen „Sprache“ und „Arbeit“ fanden bereits im März und im Juni statt. (epd/mig)

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