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Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Altfallregelung gefordert

Asylverfahren von jungen Flüchtlingen dauern mehrere Jahre

Faktisch warteten viele Jugendliche mehrere Jahre bis ihr Asylentrag entschieden wird. Der Bundesfachverband fordert eine Altfallregelung. Damit soll den Jugendlichen zügig eine Perspektive geboten werden.

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Symbolfoto © Ian Sane @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Bundesfachverband Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) hat die lange Asylverfahrensdauer bei jugendlichen Flüchtlingen beklagt. Es dauere „im Schnitt 7,4 Monate, bis eine Entscheidung im behördlichen Asylverfahren gefällt wird und damit wesentlich länger als bei Erwachsenen“, teilte die Organisation am Dienstag in Berlin mit. Der Verband forderte, über eine Altfallregelung zügig Perspektiven für die Jugendlichen und eine Entlastung der zuständigen Behörden zu schaffen. Diese Regelung würde pauschal Schutz gewähren.

Den Angaben zufolge beträgt die durchschnittliche Verfahrensdauer für alle Asylanträge insgesamt liegt 6,3 Monate. Bei Anträgen, die in den vergangenen zwölf Monaten gestellt wurden, liege die Verfahrensdauer sogar bei nur 3,7 Monaten, hieß es unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. Besonders lange warten müssen Jugendliche aus Guinea (19,3 Monate), Äthiopien (17,3) und Afghanistan (10,6).

Faktisch warteten viele Jugendliche jedoch deutlich länger als die genannten 7,4 Monate. „Zum Teil sind es mehrere Jahre, weil die durchschnittliche Verfahrensdauer ab Antragsstellung, nicht ab Einreise gezählt wird“, sagte Tobias Klaus vom BumF. Zusätzliche Probleme entstünden dadurch, dass Minderjährige selbst keinen Asylantrag stellen können: „Da vergehen oft schon Monate bis ein Vormund bestellt wird und dieser dann einen Antrag für seinen Mündel stellt.“ Viele Jugendliche seien im Herbst vergangenen Jahres eingereist und hätten bis heute keine Anhörung gehabt.

Diese Unsicherheit wirke in höchstem Maße belastend auf die Betroffenen, betonte Klaus. Betreuer der Jugendlichen berichteten immer wieder von Motivationsproblemen während der langen Wartezeiten, die zudem den Bildungserfolg gefährdeten.

„Wir fordern eine Altfallregelung für alle Minderjährigen, die vor mehr als einem halben Jahr eingereist sind“, forderte Klaus: „Mehr als 90 Prozent werden ohnehin anerkannt.“ Gleichzeitig würde der Bearbeitungsrückstau beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sinken und die Verfahren für Neueingereiste beschleunigt. (epd/mig)

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