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Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Axt-Attentat

Zwischen Amoklauf und Terror

Das blutige Attentat in Würzburg war nach der Bewertung der Bundesregierung die Tat eines Einzeltäters, der vom IS aufgestachelt wurde. Ob er Mitglied der Terrorgruppe war und es Hintermänner gibt, soll nun die Bundesanwaltschaft klären.

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Feuerwehr bei Aufräumarbeiten nach der Axt-Attacke in Würzburg

DATUM21. Juli 2016

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RESSORTAktuell, Politik

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Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zum Axt-Attentat in der Nähe von Würzburg übernommen. Es gebe den Verdacht, dass der Attentäter den Angriff als Mitglied der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ zielgerichtet begangen habe, teilte der Generalbundesanwalt am Mittwoch in Karlsruhe mit. Geprüft werde daher auch, ob es weitere Tatbeteiligte oder Hintermänner gibt. Konkrete Anzeichen dafür liegen bislang laut Bundesregierung aber nicht vor. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin, vieles deute darauf hin, dass es sich um einen Einzeltäter handele, der durch IS-Propaganda angestachelt wurde.

Hinweise auf eine Anordnung des IS gebe es im Würzburger Fall nicht, sagte de Maizière. Er bezeichnete den Anschlag als Tat „zwischen Amoklauf und Terror“. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, im Würzburger Fall sei es formell nötig gewesen, das Verfahren nach Karlsruhe zu ziehen. Während für Strafermittlungen in aller Regel die Justizbehörden der Länder zuständig sind, wird in bestimmten Fällen, dazu gehört ein Terrorverdacht, der Generalbundesanwalt eingeschaltet.

Innenminister de Maizière bestätigte, dass beim Attentäter eine Art Abschiedsbrief an den Vater gefunden worden sei, in dem von Rache an Ungläubigen die Rede gewesen sein soll. Zudem stuften die Behörden ein Internetvideo, in dem sich der Angreifer zum IS bekennt, als authentisch ein. Experten sähen es als „klassisches Video eines Selbstmordattentäters“, sagte de Maizière.

Der Attentäter hatte am Montagabend in einem Regionalzug bei Würzburg Fahrgäste mit einer Axt attackiert. Mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens drei davon lebensgefährlich. Der Angreifer, der 2015 bei deutschen Behörden als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan um Asyl bat, wurde von Sondereinsatzkräften erschossen.

Zweifel am Alter und Herkunft

Inzwischen gibt es Zweifel daran, ob der Attentäter wirklich erst 17 Jahre alt war und aus Afghanistan kam. Medienberichten zufolge könnte er auch aus Pakistan stammen. De Maizière berichtete dagegen von Indizien, die gegen diese These sprechen. Unter anderem gebe es einen Antrag auf Familienzusammenführung, der sich auf Afghanistan beziehe.

Der Angreifer lebte zuletzt bei einer deutschen Pflegefamilie. Vor diesem Hintergrund bat de Maizière alle in der Flüchtlingshilfe engagierten Ehrenamtlichen, sich von der Würzburger Tat nicht erschüttern zu lassen. Die Arbeit sei wertvoll. „Bitte machen Sie weiter“, sagte er. Auch der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Peter Altmaier (CDU), warnte vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge. Die Gefahr des Terrorismus sei nicht größer und nicht kleiner als in der übrigen Bevölkerung, sagte der Kanzleramtsminister am Dienstagabend im „Heute Journal“ im ZDF.

De Maizière fordert mehr Videoüberwachung

De Maizière forderte nach dem Würzburger Gewaltakt mehr Sicherheitsmaßnahmen, unter anderem mehr Videoüberwachung und Polizei. Zudem betonte er die Bedeutung von Präventions- und Deradikalisierungsarbeit. Der Bund unterstützt dies unter anderem durch eine Beratungsstelle beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, an die sich Menschen wenden können, wenn sie Radikalisierungstendenzen beobachten.

Auch Betreuer unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge nutzen nach deren Angaben das Angebot. Im vergangenen Jahr seien knapp 70 Fälle, in denen sich hauptsächlich Jugendämter oder Jugendhilfeeinrichtungen an die Hotline gewandt haben, an ein Beratungsnetzwerk weitergegeben worden, teilte die Behörde auf Anfrage mit. Insgesamt nahm die Hotline vom Start im Januar 2012 bis Ende 2015 2.500 Anrufe entgegen. (epd/mig)

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