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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Sprachrassismus

Türkisch kommt in die Hauptschule, Englisch aufs Gymnasium

Im deutschen Bildungssystem gibt es eine Art Sprachhierarchie. Der „Wert“ der türkischen oder der Sprachen aus dem arabischen Raum ist deutlich niedriger als Englisch oder Französisch. Von Rodolfo Valentino

Schule, Grundschule, Hauptschule, Gymnasium, Graffiti
Schule © onnola @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

VONRodolfo Valentino

Dr. Rodolfo Valentino studierte an der Universidad Complutense de Madrid Sozialpsychologie und Verhaltenssoziologie, verbrachte ein Jahr an der Università di Firenze und schloss sein Studium der Sozialwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ab. Anschließend promovierte er im Fachbereich Soziologie. Bis 2009 arbeitete er für die internationale Wirtschaftsuniversität "Escuela Superior de Negocios" in Spanien. Von 2009 bis 2011 war er im akademischen Team der Arbeitsagentur in Bonn tätig. Von 2011 bis 2014 nahm er an einem Projekt teil, das Angehörigen einer Bedarfsgemeinschaft psycho-sozial betreute und Integrationsprozesse einleitete. Von 2014 bis 2015 war er Leiter des Integrationszentrums des Kreises Euskirchen. Zurzeit leitet er die Stabsstelle "Sozialraummanagement, Migration und Inklusion" im "Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie".

DATUM20. Juli 2016

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RESSORTFeuilleton, Leitartikel, Meinung

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R. Kohlkampf arbeitet für eine Kreisverwaltung im kommunalen Integrationszentrum. Er ist zusammen mit seinem Kollegen I. Güngör für die Seiteneinsteigerberatung zuständig. Dort werden alle gemeldeten schulpflichtigen Kinder und Jugendliche, die im Laufe eines Schuljahres aus ihrem Heimatland ohne Deutschkenntnisse einreisen, in das hiesige deutsche Schulsystem eingegliedert. Sie sollen entsprechend ihrer mitgebrachten Kompetenzen (Bildungsbiografie) bedarfsgerecht und systemoptimiert beraten und an in Betracht kommende deutsche Schulen empfohlen werden.

Diese Arbeit gestaltet sich nicht immer einfach und oftmals verzweifeln die Beiden, wenn es darum geht, Gymnasialschülern, u.a. aus Syrien, Eritrea, Kosovo-Albanien, Rumänien, Bulgarien, usw. an deutsche Gymnasien zu vermitteln. Sie sind schnell dabei, die fehlenden Deutschkenntnisse als „Lernbehinderung“ einzustufen. Das führt dazu, dass den Kindern und Jugendlichen eine „höhere Schulbildung“ verwehrt wird.

„Es war logisch“

Das fand R. Kohlkampf lange Zeit nicht schlimm. „Es war für mich logisch und so kannte ich das aus meiner Kindheit und Jugend. Wer nicht richtig Deutsch kann, geht auf die Förder- oder Hauptschule. Klar fand ich das immer eigenartig, dass auf meinem Gymnasium zum Beispiel Engländer und Franzosen mit fehlenden Deutschkenntnissen aufgenommen wurden und sogar Stützunterricht erhielten. Türkisch galt halt als Sprache der ‚Gastarbeiter‘, nicht der Diplomaten oder Ingenieure. Daher habe ich das bis vor kurzem gar nicht hinterfragt.“

Zusammen mit seinem Kollegen I. Güngör versorgt er in letzter Zeit ganz viele Flüchtlinge, unter anderem aus Syrien, dem Libanon, aber aus vielen Balkanländern. Eigentlich haben sie einen Dolmetscherpool zur Verfügung mit Russisch, Spanisch, Englisch, Arabisch, aber es fehlen immer wieder Kurdisch, arabische Dialekte und andere Minderheitensprachen.

Es gibt eine Sprachhierarchie

Ihn überrascht es immer sehr, dass die Mehrheit der Ankömmlinge, seien sie Angehörige der Balkanstaaten, Minderheiten wie Roma und Sinti oder geflüchtete Menschen aus Syrien, Türkisch verstehen und sprechen können. Hier muss natürlich sein Kollege Ilhan, der diese Sprache noch von seinen Eltern vermittelt bekommen hat, übersetzen und beraten. Er fing an sich zu fragen, warum eine so verbreitete Sprache in den letzten 30 Jahren keinen Eingang in das deutsche Schulsystem gefunden hat, während Französisch, Englisch und andere Sprachen wie Italienisch und Russisch sehr wohl an „besseren Schulen“ gelehrt werden.

„Hier“, erklärt R. Kohlkampf, „ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass es in Deutschland eine Art Sprachhierarchie gibt, in der Englisch als Weltsprache und Französisch als Kultursprache vollständig akzeptiert werden und deren Sprecher bei fehlenden Deutschkenntnisse mit ‚Bildungs-Samthandschuhen‘ angefasst werden. Spricht hingegen jemand nur Türkisch, Arabisch oder eine andere ‚komische‘ Sprache, die in der Sozialhierarchie unten angesiedelt ist, wird dem Sprecher der Zugang zu den besseren Schulen verwehrt. Da reißen wir uns bei den örtlichen Gymnasien im Kreis ein Bein raus.“

„Sprachrassismus“

Seine Überraschung war groß, als er bei seinen Recherchen herausfand, dass Türkisch eine ziemlich verbreitete Kultursprache ist, die nicht nur Amtssprache in der Türkei ist, sondern darüber hinaus auf der Welt 70 Mio. Muttersprachler und noch mal knapp 30 Mio. Zweitsprachler zählt.

So wie R. Kohlkampf erkennen immer mehr Menschen in der deutschen Schulpolitik eine reine willkürliche Sprachpolitik. „Sprachrassismus“ nennt Roland das. Die sprachliche und kulturelle Vielfalt sei in Deutschland eine soziale und politische Realität, die sich nicht mehr leugnen lasse. Das müsse auch zu einer neuen Selbstverständlichkeit in der Bildungspolitik führen, die sowohl die sprachliche als auch kulturelle Vielfalt schützt und fördert.

Ganze Generationen diskriminiert

Die fehlende Anerkennung der Mehrsprachigkeit, auch als besondere Intelligenzform, verhindere indes, dass die Kinder nur lückenhaft ihre von den Eltern mitgebrachte Familiensprache lernen und dann Deutsch nur mit großen grammatikalischen, semantischen und syntaktischen Lücken erlernen. Das habe in den letzten Jahrzehnten ganze Generationen sozial diskriminiert und segregiert.

Zu viele Neuankömmlinge landen immer noch aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse auf qualitativ schlechteren Schulen. „Gerade bei den Seiteneinsteigern merkt man das. Hier werden mathematisch-logische, emotionale oder (anders-)sprachliche Intelligenz gar nicht oder nur unzureichend abgefragt und berücksichtigt. Aus ökonomischer Sicht gehen der deutschen Gesellschaft in diesem Zusammenhang wichtige Humanressourcen verloren, die später der Wirtschaft als Fachkräfte und Spezialisten fehlen“, erklärt Roland.

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21 Kommentare
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  1. Catherine Szczesny sagt:

    Wie wertvoll sind solche HaHa-Erlebnisse! Mögen unsere Politiker auch solche viele haben…
    Danke für diesen Artilkel.

  2. Josef Clemens Artzdorf sagt:

    Warum immer gleich die Kanone des „Rassismus“ in Stellung bringen, wenn es darum geht, wie in diesem Falle, eine fragwürdig gelaufene Sprachenpolitik der Schulbehörden aufzuzeigen? Wenn für alles und jedes mit dieser Kanone, nun sagen wir mal, nicht auf „Spatzen“ aber doch höchstens auf „Kormorane“ geschossen wird, dann nutzt sich dieser Vorwurf so ab, dass, wenn es dann wirklich um schlimme rassistische Entwicklungen geht, es an notwendiger Aufmerksamkeit zu mangeln droht. Die Sensoren auch einer wohlmeinenden, den Migranten positiv gegenüber stehenden Öffentlichkeit, könnten bei einer Inflation derartiger Begrifflichkeiten dann ihre Sensibilität durchaus einbüßen.
    Kritisches Hinterfragen ist nicht nur erlaubt, sondern gewiss häufig auch notwendig! Aber konstruktiv, kooperativ und vor allem ohne Provokationen!
    Das Sprachen unterschiedlicher Bewertungen unterliegen ist in vielen Ländern der Fall. Noch kürzlich hat die französische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem, übrigens eine Migrantin, das Deutsche an den Gymnasien des Landes radikal reduziert, teilweise abgeschafft, und das im völligen Bruch der Vereinbarungen im deutsch-französischen Freundschaftsvertrag vom 22. Januar 1963, weil sie der Auffassung ist, dass die am meisten gesprochene Sprache in der Europäischen Union für Frankreich nur eine untergeordnete Bedeutung hat. Niemand hierzulande hat und wird ihr darauf hin Deutschenfeindlichkeit unterstellen, obwohl der gesellschaftlich-kulturelle und natürlich auch der politisch-wirtschaftliche Austausch zwischen den beiden wichtigsten Staaten der EU von ganz erheblicher Bedeutung für ganz Europa ist.

  3. Matthias sagt:

    Ich versteh den Sprachrassismus nicht.

    Englisch und Spanisch sind Sprachen, die im Job nunmal am Ehesten gebraucht werden, nachfolgend Französisch. Arabisch und Chinesisch mit den vielen Sprechern und darüber hinaus aufgrund ihrer wichtigen wirtschaftlichen Bedeutung wären auch wichtig. Aber eben für Schulkinder kaum oder nur unter sehr erschwerten Bedingungen Lehrbar.

    Türkisch hingegen ist weniger schwer Lehrbar aber wirtschaftlich und kulturell bei weitem nicht so bedeutend wie die zuvor genannten Sprachen. Hat die Wirtschaft Bedarf an deutsch und türkisch sprechenden Akademikern? Benötigt man diese Sprachkenntnisse tatsächlich in soooo vielen Berufen?

    Da ist die Ausbildung in einer slawischen Sprache noch wichtiger.

    Nix Rassismus… Höchstens Utilitarismus

  4. Regina Sylvester sagt:

    Ich kann mich Herrn Artzdorf nur anschließen. Ich habe Migranten in meiner Familie, bin sehr aktiv in der Flüchtlingsarbeit und mag unser buntes Deutschland – bis auf die braune Ecke. Aber die „Rassismus-Kanone“ wird hier und anderswo fast schon inflationär benutzt, ebenso wie die „Islamisten-Keule“. Sachliche Kritik und kluge phantasievolle Visionen für die Zukunft sind allemal besser.

  5. Mario sagt:

    Türkisch auf staatlichen Schulen als reguläre Fremdsprache zu etablieren ist unnötig und könnte so wie es auch in anderen Ländern Standard ist über einen Sprachunterricht außerhalb des regulären Unterrichts gelernt werden. Vor allem wäre diese Art des Unterrichts viel flexibler gegenüber Kindern die auch andere Sprachen als türkisch sprechen, denn die könnten ja dann auch wiederum „Sprachrassismus“ vorwerfen.

    Das Wort „Sprachrassismus“ ist natürlich kompletter Blödsinn und dient nur dazu dem Leser weis zu machen, dass der deutsche Staat böse ist und absichtlich diskriminiert.

  6. dossenbacher sagt:

    Türkisch zu erlernen ist halt für Deutsche sehr, sehr viel schwerer als Englisch, Französisch oder Spanisch. Das ist eine völlig andere Sprache. Aber eine interessante Sprache. Selbst in Kasachstan sprechen die Leute türkisch

  7. El Justiciero sagt:

    – Herr Arztdorf, man fühlt sich provoziert, wenn man im Grunde weiß, dass ein Journalist oder Autor Recht haben, Missstände aufzudecken. Und dass wir es bei dem deutschen Schulsystem mit einem sozio-rassistischen Schulsystem zu tun haben, kann man aufgrund von internationalen Studien kaum noch leugnen. Im Falle von Deutsch in Frankreich sehe ich persönlich kein Problem, zumal es ja nicht um die gesellschaftliche Teilhabe von Franzosen am deutschen Schulsystem geht. Die wenigen französischen Kinder kommen hier in Deutschland garantiert auf Privatschulen oder Gymnasien. Fragen Sie mal einen Großunternehmer, wie wichtig der Handel zwischen der Türkei und Deutschland ist.

    – Matthias, da hast du ein gutes Beispiel genannt. Spanisch wurde lange Zeit in den USA, weil die „Chicanos“ ja einen unteren Platz in der Gesellschaft eingenommen haben, diskriminiert und gar nicht gelehrt. Man musste Engisch lernen, sonst hatte man keine Chance. Spanisch sprach der Abschaum. Heute lernt jeder weiße Mittelklasse-Amerikaner seit 15 Jahren Spanisch bereits in der Grundschule. Es wurde wichtiger für die Gesellschaft und für den Handel. Nur noch Rassisten wie Donald Trump „hassen“ die Latinos in den USA….

    – Mario, natürlich kann man die Augen vor soziologischen Tatsachen verschließen, in denen Armut, Diskriminierung und Marginalisierung wissenschaftlich belegt sind. Unser Wohlstand lebt ja auch ein bisschen vom Nichtstun für bescheidene sozio-kulturelle Gruppen in der Gesellschaft. Aber inflationär wird zurzeit die Islamfeindlichkeit propagiert. In dem Beitrag geht s nicht darum, Türkisch auf staatlichen Schulen als reguläre Fremdsprache zu etablieren, sondern darum dass Türkischsprecher als sozial minderwertig angesehen werden, wie einst die „Chicanos“. Und genau das muss bekämpft werden.
    Ein Staat ist natürlich nicht partout böse, aber es die Gesetze müssen an die aktuelle soziale und kulturelle Vielfalt angepasst werden Und dass bestimmte kulturelle Gruppen sozial und schulisch diskriminiert wurden, zeigen doch die Rekrutierungserfolge des IS in Deutschland. Wenn du keine Perspektive in der Gesellschaft wirst du kriminell, revolutionär oder terroristisch.

  8. Mario sagt:

    @El Justiciero

    Für mich sind die Türken nur eine vorübergehende Migrationserscheinung. Sie hatten das überaus großzügige Privileg nach Deutschland migrieren zu dürfen. In ein paar Jahren sind es vllt Mexikaner oder Schweden…
    Deutschland muss auf den Prozentualen Anteil einer gewissen Nationalität unter den Einwanderern keine Rücksicht nehmen. Die Türken wussten bei ihrer Einreise nach Deutschland, was sie erwartet. Die Drohung, dass Türken unter IS Flagge Menschen umbringen wollen, wenn sie kein türkisch lernen dürfen, können sie sich getrost sparen.

  9. Josef Clemens Artzdorf sagt:

    @El Justiciero
    Mein Verständnis für das Hinterfragen gegenwärtiger Sprachenpolitik an deutschen Schulen ging doch klar aus dem Kontext meiner Ausführungen hervor, oder nicht? Mir geht es darum die Inflationierung der Bezeichnung „Rassismus“ einzudämmen. Weil mit diesem Begriff nicht nur jegliche Dialogmöglichkeit im Keim erstickt wird. sondern weil zusätzlich auch bei den Gutwilligen und Einsichtigen eine Abwehrhaltung provoziert wird, die bei einer sachlichen Debatte gar nicht erst aufkommen würde. Nach Ihrer Argumentation bleibt mir nur 100%ige Zustimmung zu Ihren Thesen, oder aber ich bin Rassist!
    Nein, der Rassismusvorwurf ist und bleibt immer „Ultima Ratio“! Rassisten sind Höcke und Gauland etc, nicht aber zwingend Menschen in Behörden und Institutionen, die den Schulbetrieb anders gestalten als Sie, und möglicherweise auch ich selbst, es gerne hätten.

  10. Han Yen sagt:

    Unsinn ! Türkisch wird auf gar keinen Fall reguläre Fremdsprache bundesweit. Die Kultusminister sind uneinig in dieser Frage, weil die Stadtstaaten Hamburg und Bremen Unterricht in Herkunftssprachen für wichtig halten, um ihr internationales Profil zu stärken. Die Mehrheit der Bundesländer hat Bauchschmerzen mit dem Herkunftssprachen Unterricht, weil es teuer ist. Ich denke auch transnationale Deutsche und Postmigranten sollten kritischer mit dem Herkunftssprachen Unterricht sein. Es gibt keine Qualitätssicherung für den Herkunftssprachen Unterricht. Die Lehrkräfte werden schlecht bezahlt, wenn sie nur ein Fach unterrichten können. Durch diese Tatsache fördert man doppelte Halbsprachigkeit. Mehrsprachiger Unterricht erfordert immer eine Aufteilung der Schüler und hohen organisatorischen Aufwand. Eines der Vorzeige-Projekte die staatlichen Europa Schulen in Berlin brechen die Schüler weg, weil der Senat die Grundschulen für bilinguale Klassen mit Griechisch und Russisch nicht ausfinanziert. Das Prestige dieser Sprachen erzeugt bei deutschen Schülern eine Lern-Aversion.

    Außerdem gibt es sehr viele linguistische Minoritäten in der BRD. In einer superdiversen Situation erzeugt man damit organisatorisches Chaos im Schul-Alltag. Was man machen kann ist Kernfächer mit Kombi-Kursen aus virtueller Welt und virtuellen Klassen zu lehren. In virtuellen Welten können sie mühelos Vokabeltrainer auf dem Smartphone, Rollenspiele und kollaboratives Schreiben integrieren. Der virtuelle Kurs sollte vom Konsulat bezahlt werden.

    Das Internationale Abitur und das französische Bac sollte man im Regelunterricht lehren. Die Inhaber des Urheberrechtes des Lehrmaterials könnte man überzeugen feste Auflagen abzunehmen für Kursbücher im Print, wenn die E-Book Versionen CC-BY-SA-NC mit geliefert werden. Wissen und Informationen ändern sich rasch und lassen sich mit E-Book Editionen leichter aktualisieren. Die Print Kursbücher sollten in der Schul-Bibliothek stehen. Internationales Abitur gibt es bereits an vielen öffentlichen Schulen. Was es nicht gibt sind multilinguale Hausaufgaben-Kurse für das Internationale Abitur.

    Die konservative Schul-Politik besteht darin, Grundschulen schlechter zu finanzieren als das Gymnasium, obwohl alle Bürger durch die Grundschule müssen. Ohne eine parlamentarische Mehrheit läßt sich das nicht ändern. Was man machen kann ist Waldkindergarten zu gründen für Kinder von A-Gruppen. Früh Englisch kann man gut anhand von Bilderbüchern und szenischen Unterricht von deutschen Märchen lehren, welche im Wald spielen. Nachmittags sollten sie in Gemeindehäusern und Feuerwehrhäusern betreut werden. Die Kindergärtnerin kann mit einem Handy Projektor Lehrfilme zeigen, um die Erlebnisse im Wald zu vertiefen. Heutzutage kann man bereits für 2500 € komplette virtuelle Nachbildungen von Quartieren erhalten für Lehrzwecke.

    In Oberthausen gibt es eine Waldschule. Mit dieser Waldschule könnte man Hospitationen vereinbaren. Waldschulen gehören zum Ganztagsunterricht, weil man damit kränkliche Kinder stärken kann und fettleibige Kinder aus den kleinen Stadtwohnungen retten kann. Fettleibigkeit wird durch Bewegungsmangel verursacht. Die Gemeinschaftschule verschult die Kinder zu sehr. Das ist keine Lösung. Wir brauchen Waldschulen. Inzwischen sind die Preise für 3D Drucker so stark gefallen, dass man für kleines Geld Häuser im Wald errichten kann. 3D Drucker unterbieten bereits Mobile Eigenheime. Mit 3D Druck läßt sich sehr leicht ein Kern eines Landerziehungsheim bauen.Das Internatsdorf Haubinda sollte ein Begriff sein in der Reformpädagogik. Die moderne 3D Druck macht die Errichtung von Modell-Schulen noch einfacher als früher.

    Die Diaspora Gemeinschaften müßten sich aber als Freireligion oder Weltanschauung organisieren, um einen Körperschaftstatus öffentlichen Rechtes zu erhalten. Sonst können sie keine Mitglieder-Steuer erheben. Das Schicksal der Waldkindergarten hinge dann von Eltern-Beiträgen ab. Aufgrund der speziellen Diaspora Lebenslage sollten die Diaspora Gemeinden ihre Kinder als eine Kindergemeinschaft betrachten, für die man kollektive Erziehungsleistungen erbringen muss.

    Man könnte überlegen, ob man nicht mit der Permakultur Akademie spricht, und einen Waldgarten errichtet, welcher der Gemeinde Obst, Gemüse und Obstbrände liefert für die lokale Lebensmittelversorgung. Die Senioren Arbeit könnte Erfahrungen der Internationalen Gärten wiederverwenden für einen internationalen Waldgarten. Ein Waldgarten bindet wesentlich mehr CO2 als ein Internationaler Garten. Die postmigrantischen Senioren könnten im Waldgarten arbeiten und ihre Enkelkinder betreuen.

    Um sich die Kosten für die Waldkindergärten leisten zu können brauchen sie Haushaltskooperativen, um die steuerlichen Freibeträge für haushaltsnahe Dienstleistungen und haushaltsnahe Handwerksleistungen auszuschöpfen. Die Haushaltskooperative formuliert die Musterarbeitsverträge und erledigt die Kontoabrechnungen für das Finanzamt.

    Eine postmigrantische Familie könnte einfach mit einem deutschen Senioren Haushalt oder einer postmigrantischen Oma einen Arbeitsvertrag für Kinderbetreuung aufsetzen. Kinderbetreuung ist eine haushaltsnahe Dienstleistung.

    Idealerweise gäbe es einen Picture Book Idea Month, um Ideen und Plots für rassismusfreie Bilder- und Bilderbücher zu erhalten. Jeder technisch versierte Mensch kann eine virtuelle Welt mit OSGrid oder Metropolis Grid hosten. Die Plot-Ideen können dann szenisch in der virtuellen Welt umgesetzt werden. Das geht alles vom Sofa aus, wenn man eine Setup Box hat.

    3D Drucker für die Produktion von Seifenspender, Spielzeug, Gardinenstangen, Ersatzteilen und kindgerechten Möbeln liegen inzwischen in der Preisspanne für einen Gaming Computer. Deutsche Senioren Haushalte brauchen Ersatzteile und Familien brauchen Spielzeug. Also könnte man einen Markt für haushaltsnahe Handwerksleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen etablieren, um Vorlesestunden gegen Güter aus dem 3D Drucker auszutauschen.

    Was man also tun sollte ist einen Truck umzubauen und mit 3D Druckern auszurüsten. Der Truck fährt vormittags zu den Kitas, um sie Kinder mit Spielzeug zu versorgen, nachmittags geht es dann zu den Schulen und abends in die Wohnviertel der Alten. Meinetwegen parkt man den Truck nachmittags auch vor der Stadt-Bücherei, um das Publikum anzuziehen.

    Leider haben sie mit all diesen Sachen kaum Erfahrung, also brauchen sie kompetente Beratung und die gibt es bei den Social Incubators. Dort werden sie von SAP MItarbeitern betreut. Diese sind privat, aber die Leute sind offen für Social Ventures.

    Für die Offene Ganztagsschule brauchen sie eher eine Freien Träger der Jugendhilfe in Form einer gemeinnützigen GmbH, um stundenweise abrechnen zu können. Ich denke Theatersport für alle mit eingesprengelten Improvisationen aus dem Orientierungsteil des Integrationssprachkurs sollte sinnvoll sein. Trennen sie deutsche Senioren und postmigrantische Familien auf gar keinen Fall. Soziale Kontakte erleichtern die Vertragsanbahnung für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerksleistungen.

    Im Übrigen sollten sie einmal der Realität ins Auge blicken. Nicht nur die BRD wird von den transnationalen Konzernen mittels ihrer Lobbyisten zu einem Lohn- und Mehrwertsteuer Staat umgebaut, sondern auch die Auswanderstaaten. Für die neu eingewanderten EU Ausländer ist dieser Zusammenhang äußerst wichtig, weil sie wissen sollten, dass sie eigentlich sehr hohe Anteile an der Mehrwertsteuer in den Auswanderungsgemeinden zahlen, wenn sie Rücküberweisungen tätigen. Transnationale Konzerne erpressen Subventionen und drohen mit der Standortverlagerung. Da die Auswanderer weg sind aber ihre Ehefrauen, Alten und Kinder in den Auswanderungsgemeinden leben ist es das einfachste für die Auswanderungsgemeinde sie durch höhere Mehrwertsteuer zu schröpfen. um die Subventionen gegen finanzieren zu können. Die familiäre Solidarität zwingt die Leute zu Rücküberweisungen und die harten Arbeitsbedingungen im Einwanderungsland zu ertragen.

    Handelspolitisch sind sie fast immer besser dran mit englisch und Französisch. Die einzigen Ausnahmen sind geographisch über verschiedene Rechtskreise verteilte Handelsdiasporas. Kleine Welt Netzwerke können sozialen Druck auf Kaufleute ausrichten, um Betrugsversuche zu unterbinden. Diese hängen aber häufig mit Religionsgemeinschaften und Dialekt Gruppen zusammen. Nationale Gruppen sind für sozialen Druck viel zu groß und zu anonym. Für unbürokratisch mobilisierbare Sanktionsmacht braucht man kleine Bezugsgruppen, wo jeder jeden kennt. Für ordentlichen Handel sollten sich die Diasporas eher an die OECD, WIPO, UNCTAD wenden, um sich als Schiedsgericht anerkennen zu lassen. Schiedsgerichte gibt es inzwischen auch online und für Smartphone. Die deutschen Laienrichter beim Handelsgericht können sie in der ebay-Welt fast nicht gebrauchen.

    Mit herkunftsprachlichen Unterricht sollten sie sehr vorsichtig sein, wenn es sich um Frontstaaten der NATO handelt. Die Bundeswehr wird für EU Ausländer geöffnet, und ich vermute die Militärs wollen ähnlich wie die französische Fremdenlegion rechtsgerichtete EU Ausländer für den Einsatz im EU Ausland ausbilden. Das Pentagon hatte vor wenigen Jahrzehnten bereits komplette spanisch Lehrgänge an den us-amerikanischen Schulen geplant, um linguistische Ressourcen für den Schmutzigen Krieg in Mittel- und Südamerika zu erhalten. Außerdem sind viele People Of Color Aktivisten Obama und Hillary Clinton Anhänger, welche beides Kriegstreiber sind.


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