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Migration und Integration in Deutschland

Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.

Hessischer Integrationsminsiter Jörg-Uwe Hahn (FDP), Frankfurter Neue Presse, 7.2.2013

Armut?

Flüchtlingszahlen erreichen Rekordniveau

65 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Ihr Hab und Gut zurückgelassen können sie nur kleine Wertsachen auf die gefährliche Reise mitnehmen. Angekommen am Ziel dürfen sie ihr Vermögen aber nicht behalten.

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Münzen © Vovka @ pixabay (CC 0)

DATUM13. Juli 2016

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RESSORTGesellschaft

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Auch wenn die Flüchtlingsbewegungen nach Europa derzeit zu versiegen scheinen, sehen sich viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen – rund 65 Millionen Flüchtlinge versuchen Bürgerkriegen oder dem Terror von ISIS sowie Boko Haram zu entfliehen.

Ein entsprechender UN-Bericht schockierte Ende Juni die Weltöffentlichkeit: Internationale Beobachter kommen zu dem Ergebnis, dass die Zahl der fliehenden Menschen einen neuen Höchststand erreicht hat: Etwa 65,3 Millionen Menschen sind aus ganz unterschiedlichen Gründen auf der Flucht. Viele Familien versuchen Bürgerkriegen in Ländern wie Syrien, Afghanistan oder dem Irak zu entfliehen. In Ländern des ehemaligen Jugoslawiens fühlen sich vor allem Minderheiten wie Sinti und Roma benachteiligt und sehen keine Perspektive mehr für ihre Kinder. Aus Afrika versuchen viele sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge ihr Land – und häufig auch den Kontinent – zu verlassen, um sich in der Ferne ein neues Leben aufzubauen.

Die Gründe für eine solch riskante Flucht sind vielfältig, der Ablauf ist aber überall auf der Welt ähnlich: Die Flucht muss schnell gehen, nur das Nötigste kann mitgenommen werden – die Schlepper erlauben nicht viel Gepäck, Wertsachen könnten auf der riskanten Reise ohnehin geklaut werden.

Nicht jeder Flüchtling ist arm

Dabei ist es entgegen der Landläufigen Meinung keinesfalls so, dass die Flüchtlinge allesamt arm sind – im Gegenteil: Gerade aus dem syrischen Bürgerkrieg flüchtete zuerst die Mittel- und Oberschicht. Besonders diese Menschen waren es, die die Schlepper bezahlen konnten und sich die Flucht somit ermöglichten. Doch auch sie haben nur begrenzte Möglichkeiten, Wertsachen mitzunehmen. Neben wichtigen Dokumenten und Bargeld sind es vor allem Wertgegenstände, die nicht viel Platz in Anspruch nehmen. Dazu gehört oft der Familienschmuck. Kleinkunst aus Edelmetallen – oder auch Münzen aus Edelmetallen wie historische Münzen. Dabei dürfte es aufgrund der aktuellen Gesetzeslage dazu kommen, dass solche Wertgegenstände wieder in den Umlauf gelangen. Viele Flüchtlinge werden sich vom Erlös von Schmuck und Gedenkmünzen eine neue Existenz aufbauen wollen.

Flüchtlinge müssen Wertsachen abgeben

Allerdings sorgte eine Verschärfung der Gesetzeslage dafür, dass die Flüchtlinge ihr Vermögen nicht in vollem Umfang behalten dürfen, wenn sie Hilfe durch den deutschen Staat in Anspruch nehmen möchten. In Bayern werden den Flüchtlingen pro Personen nur Wertgegenstände bis zu einem Betrag von 750 Euro zugesprochen. Bargeld, Schmuck und Münzen über diese Summe hinaus werden dem Flüchtigen abgenommen und veräußert. Noch restriktiver zeigt sich Baden-Württemberg: Hier liegt der sogenannte Selbstbehalt bei nur 350 Euro. Das Klischee des schmarotzenden Flüchtlings dürfte somit häufig überholt sein. (etb)

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