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Migration und Integration in Deutschland

Warum werden sie hineingelassen? Um die Bürger des Staates von harter und unangenehmer Arbeit zu befreien?

Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Ängste der Deutschen

Terror, Extremismus, Einwanderung, überforderte Politiker, Schuldenkrise

Noch nie im zurückliegenden Vierteljahrhundert hatten die Deutschen so viel Angst vor Terror wie heute. Auch die Sorge vor einem Kontrollverlust des Staates ist angesichts von Flüchtlingszuzug und zunehmendem politischen Extremismus groß.

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Angst © Frank Bürger @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Terror, Extremismus, Spannungen durch Zuwanderung, überforderte Politiker, Euro-Schuldenkrise – das sind die aktuellen Top Fünf im Ängste-Ranking der Deutschen. Trieben in den vergangenen Jahren die Bundesbürger noch die Sorgen um Geld, Gesundheit, Umwelt und eine schlechte Wirtschaftslage um, sind es heute die Kriege an den Rändern Europas, die Terroranschläge von Paris, Brüssel und Istanbul, der Flüchtlingszuzug und die Schuldenberge im Euro-Raum, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten diesjährigen Befragung „Die Ängste der Deutschen“ hervorgeht.

Dabei ist die Angst der Deutschen vor Terrorismus so hoch wie noch nie in den vergangenen 25 Jahren. Fast drei Viertel der Bundesbürger (73 Prozent) befürchten derzeit, dass sie Opfer von Terroranschlägen werden. Das sind 21 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Erstmals rangiert damit die Terrorgefahr auf Platz eins der Ängste-Liste.

„Erdrutschartige Verschiebungen“

Sprunghaft zugenommen haben auch die Ängste vor politischem Extremismus (68 Prozent), Spannungen durch Zuzug von Ausländern (67 Prozent) und Überforderung von Politikern und Behörden durch die Flüchtlingskrise (66 und 65 Prozent). Auch sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr jeweils um 19 bis 16 Prozentpunkte und damit im zweistelligen Bereich.

Der Heidelberger Politikprofessor Manfred Schmidt spricht in diesem Zusammenhang von „erdrutschartigen Verschiebungen“ in den Top Ten der deutschen Ängste. Große Sorgen machen sich die Deutschen zudem vor einem Kontrollverlust des Staates in der Flüchtlingskrise. Fast jeder zweite Deutsche (44 Prozent) zweifelt am Krisenmanagement von Behörden und Politik und vergibt die Schulnoten fünf oder sechs für die Arbeit der Politiker. Das sei ein „vernichtendes Urteil“, sagte der Politikwissenschaftler. Zwischen dem Flüchtlingsmanagement der Politik und dem, was sich die Menschen vorstellen, gebe es eine offenbar eine „extrem große Lücke“.

Jahr der Ängste

„2016 ist das Jahr der Ängste“, bilanzierte Schmidt. So sei auch das Thema Euro-Schuldenkrise bei den Leuten präsent, obwohl es derzeit in Politik und Medien kaum eine Rolle spiele. „Das spricht für das Urteilsvermögen der Befragten.“ Die Leute hätten ein gutes Gespür für politische Veränderungen und speziell die Deutschen auch ein hohes Sicherheitsbedürfnis.

Die globalen Themen haben persönliche Sorgen der Bundesbürger wie Arbeitslosigkeit (38 Prozent), Drogensucht der Kinder (36 Prozent) und Vereinsamung im Alter (33 Prozent) auf die hinteren Plätze verdrängt. Am wenigsten treibt die Deutschen derzeit das Zerbrechen der Partnerschaft (21 Prozent) um.

Die Studie zu den Ängsten der Deutschen wird seit 25 Jahren im Auftrag der R+V Versicherung erstellt und fragt nach 16 verschiedenen Ängsten aus dem gesellschaftlichen und persönlichen Umfeld. Die Interviews mit über 2.400 repräsentativ ausgewählten Personen ab 14 Jahren wurden zwischen Anfang April und Mitte Mai geführt. (epd/mig)

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Ein Kommentar
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  1. Han Yen sagt:

    Die Angst vor Terror gibt es zurecht. Allerdings wird an der falschen Stelle vom Innenminister geschraubt. Zunächst sollten wir alle Antiquitäten Händler vorladen wegen verdacht auf Geldwäsche. Die Kaufpreissammlungen für Immobilien und Land müssen durchsucht werden nach Auffälligkeiten.

    Die katholische Kirche und die jüdische Gemeinschaft sollte ihre Kunstverkäufe, Immobilien- und Landverkäufe transparent machen. Geldwäsche funktioniert vor allem mit Kunst, Immobilien und Land, weil dort hohe Summen den Besitzer wechseln. Der Vatikan ist als Steueroase verschrien. Israel nutzt seine jüdischen Gemeinden im Ausland aus. Die Fußballvereine müssen durchsucht werden wegen Verdacht auf illegale Sportwetten – ebenso die FIFA. Insbesondere sollten wir Fußballvereine im arabischen, us-amerikanischen und britischen Besitz ins Visier nehmen. Der Vatikan Staat erhält soviele Kirchensteuern aus Diktaturen, so daß Mißtrauen gegenüber den Katholiken angebracht ist.

    Flughäfen brauchen einen Sonderschalter, wenn die Passagierverkehr für Offshore Finanzplätze abwickeln. Wir wissen, dass britische und us-amerikanische Hedgefonds für Geldwäsche genutzt werden. Daher sollten wir sofort V-Leute in britische und us-amerikanische Banken in Frankfurt, London und New York einschleusen.

    Im Übrigen das türkische Militär putscht. Wir sollten sofort die Grauen Wölfe und ihre uigurischen Freunde festsetzen, damit sie nicht in die Türkei einreisen können. Die Privat Gymnasien der Gülen Bewegung sollen die Namen der Eltern heraus rücken. Die Büros der Milli Görus sollen durchsucht werden vom Finanzamt. Außerdem interessieren wir uns sehr für Afrikaner aus Ruanda, Sudan, Eritrea, Mal und Nigeria. Das ausländerregister sollte die Namen von Südvietnamesen filtern, die nach dem Vietnam Krieg eingewandert sind und sind chinesischen Behörden übergeben.

    US-amerikanische Studenten werden vor der Durchreise nach Zwischeneuropa verhört. Die Farbenrevolutionen haben genug Unheil angerichtet. Wir wissen, dass nicht alle us-amerikanischen Studenten nicht wirklich für das Studium in Europa sind.

    Die Bio Bauern haben sofort die Namen der rechten Bio-Bauern anzuzeigen. Die Landgerichte brauchen Richter aus NRW, Baden-Württemberg und Hamburg. Die Erfahrungen mit Breivik sollten wir nicht wiederholen in Deutschland. Daher brauchen wir Drohnen Überwachung für rechte Bio Bauernhöfe.

    Wir verhängen einen Einstellungsstopp für Polizisten und öffentliche Angestellte im Polizeidienst aus Sachsen. Stattdessen entsenden wir Polizeibeamte und Ordnungsdienst aus NRW nach Sachsen, um die Polizei nach dem Vorbild NRW umzumodeln. Die Feldjäger sollten aufgestockt werden in Ostdeutschland.



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