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Juden fordern Überarbeitung von Schulbüchern

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, dringt auf eine Überarbeitung deutscher Schulbücher, um die jüdische Religion und Lebensweise realistisch darzustellen. „Wenn man sieht, mit welchen Bildern das Judentum in deutschen Schulbüchern vermittelt wird, muss man sagen: So stellt sich das Judentum nicht dar“, sagte Schuster: „Natürlich gibt es Juden mit Schläfenlocken, aber die findet man nicht in Deutschland.“

„Es gibt leider eine ganze Menge an Unwissenheit, Falsch- und Pseudoerkenntnissen über das Judentum, die sich als Vorurteile seit der Nazizeit bis heute erhalten haben“, sagte Schuster der Heilbronner Stimme. Auch die Schulen trügen Verantwortung. Die Kultusministerkonferenz habe mit dem Zentralrat der Juden ein Projekt angestoßen, um eine pädagogisch sinnvolle Vermittlung des Judentums in den Schulen zu erreichen.

Der Pressesprecher der Kultusministerkonferenz (KMK), Torsten Heil, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), eine gemeinsame Arbeitsgruppe von KMK und Zentralrat werde im Dezember eine Unterrichtsempfehlung vorlegen. Den Kultusministern sei daran gelegen, „dass Schulbücher bei aller notwendigen didaktischen Reduzierung keine einseitigen, verkürzten oder verzerrten Darstellungen enthalten“. In der Regel achteten die Länder bei der Genehmigung von Schulbüchern auf solche Defizite.

Dass Bücher aber in einzelnen Bereichen auch Überarbeitungsbedarf haben, hätten erst im vergangenen Jahr die Erkenntnisse einer deutsch-israelischen Schulbuchkommission gezeigt, sagte Heil. Für die Untersuchung hatte die vom Braunschweiger Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung koordinierte Kommission Bücher der Fächer Geschichte, Geografie und Sozialkunde überprüft. Mehr als 90 deutsche Schulbuchkapitel wurden auf die Darstellung Israels untersucht und mehr als 40 israelische Lehrwerke auf ihr Deutschlandbild. Dabei waren beiderseits teils lückenhafte und verzerrende Darstellungen offenbar geworden. (epd/mig)