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Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Aufklärungsquote erschütternd

Schon 24 Angriffe auf Moscheen in diesem Jahr

Im laufenden Jahr gab es bundesweit bereits 24 Angriffe auf Moscheen. Nach Auskunft des Bundesinnenministeriums wurden insgesamt nur fünf Tatverdächtige ermittelt. Zu Festnahmen sei es nicht gekommen. Grüne-Politikerin Lazar hält die geringe Aufklärungsquote für „erschütternd“.

Moschee, Hakenkreuz, Rechtsextremismus, Straftat
Symbolfoto - Ein Angriff die DITIB-Zentrum-Moschee in Recklinhausen © DITIB Moschee Recklinhausen

In diesem Jahr hat es bereits 24 Angriffe auf Moscheen in Deutschland gegeben. Wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, zählten die Behörden Vorfälle in insgesamt neun Bundesländern, die meisten (9) in Nordrhein-Westfalen. In Bayern wurde eine Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Angriff auf eine Moschee gemeldet. Im Saarland gab es eine Brandstiftung.

Die parlamentarische Anfrage stammt von der Bundestagsabgeordneten Monika Lazar (Grüne). Sie erklärte, die Daten spiegelten ein gesellschaftliches Klima wider. Die geringe Aufklärungsquote sei „erschütternd“. Erst bei fünf der 24 Angriffe wurden nach Auskunft des Innenministeriums Tatverdächtige ermittelt. Zu Festnahmen sei es nicht gekommen.

Angriffe mit islamfeindlichem Hintergrund werden bislang anders als etwa antisemitische Taten nicht systematisch erfasst. Nach einem Beschluss der Innenminister soll sich das 2017 ändern. Der Islamverband Ditib führt wegen der Lücken in den offiziellen Daten eine eigene Statistik über Moscheeangriffe. Demnach hat es 2015 insgesamt 99 Vorfälle gegeben, im Jahr zuvor 73. (epd/mig)

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