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Zahl neuer Flüchtlinge weiter niedrig

Die Schließung der Balkanroute sorgt weiterhin für niedrige Flüchtlingszahlen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Dienstag wurden im Mai 16.281 Neuankömmlinge registriert, gut 300 mehr als im April. Im Januar waren es noch fast 92.000 Menschen. Die meisten kommen weiterhin aus Syrien und Afghanistan. Die Zahlen aus dem Easy-System geben Auskunft über die Erstverteilung der Asylbewerber auf die Bundesländer. Mehrfach- und Fehlzählungen sind laut Innenministerium nicht ausgeschlossen.

Rund 55.300 Menschen stellten im Mai einen Asylantrag, 9,3 Prozent weniger als im Vormonat, aber mehr als doppelt so viele wie im Mai 2015. Im selben Zeitraum entschied das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über rund 34.500 Anträge, während im April noch knapp 44.400 Entscheidungen getroffen worden waren. In den Vorjahresmonaten hatte die Behörde nicht einmal über halb so viele Anträge entschieden.

Mehr als die Hälfte der Antragsteller können in Deutschland bleiben. Den Angaben zufolge wurden rund 42 Prozent als Flüchtlinge anerkannt, weitere 15 Prozent erhielten subsidiären Schutz, der das Nachholen von Familienangehörigen einschränkt und schneller wieder überprüft wird. Die Zahlen derer, die politisches Asyl erhalten und derer, die nur einen Abschiebeschutz haben, sind gering. Knapp ein Viertel der Anträge wurde abgelehnt.

Fast eine halbe Million oder fast 460.000 Asylanträge müssen noch beschieden werden. Allein seit Beginn des Jahres haben knapp 310.000 Menschen in Deutschland Asyl beantragt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres, noch bevor die Flüchtlingszahlen stark zuzunehmen begannen, waren es knapp 142.000 Anträge. (epd/mig)