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Migration und Integration in Deutschland

Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

Festival

Willkommen war gestern (oder vielleicht noch nie)

Das diesjährige Festival „Interventionen – Refugees in Arts & Education“ versteht sich als Zäsur im Feld der Kulturellen Bildung. Sie legt den Fokus auf Barrieren und Ausschlussmechanismen von Migranten und Asylsuchenden. Los geht es am Freitag.

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Interventionen 2016 refugees in arts & education

VONLisa Scheibner, Bahareh Sharifi

DATUM31. Mai 2016

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Wie können Migranten schnell die deutsche Sprache lernen, um eine Arbeit aufzunehmen? Wie lassen sie sich reibungslos in die Gesellschaft einfügen? Das sind die Fragen, um die sich Integrationsdebatten meist drehen.

Wenig wird darüber gesprochen, dass Deutschland nach wie vor Schwierigkeiten hat, sich als eine vielfältige Gesellschaft wahrzunehmen. Barrieren und Ausschlüsse, die daraus entstehen, werden nicht konsequent benannt und abgebaut; es sind immer wieder die davon betroffenen Menschen, die sich schneller und besser anpassen sollen, um anerkannter Teil der Gesellschaft zu werden.

Strukturelle Veränderungen für eine diverse Gesellschaft

Das Festival „Interventionen“ lenkt in diesem Jahr daher den Blick auf die strukturelle Ebene. Das Ziel ist das Aufzeigen bestehender Zusammenhänge zwischen den Zugangsbarrieren, denen asylsuchende Menschen begegnen, und anderen gesellschaftlichen Ausschlussmechanismen aufgrund von Race, Class, Gender, Abilitity oder fehlender Staatsbürgerschaft – und wie sich diese außerdem gegenseitig verstärken können.

Wie lassen sich also nachhaltige Strategien entwickeln zum Abbau von Diskriminierung und zur Schaffung von Zugängen und Chancengleichheit? Antworten darauf liefern meistens die Betroffenen selbst, indem sie sich selbst organisieren, ihre Erfahrungen bündeln und kollektiv auswerten, um dadurch Ausschlüsse zu benennen und Handlungsoptionen zu entwickeln.

Daher sollen überwiegend migrantische und Geflüchteten-Selbstorganisationen sich und ihre Arbeit sichtbar machen und gleichzeitig die weitreichende Dimension von Diskriminierung abbilden.

Tagung am 3. Juni: Selbstorganisationen sprechen zu Bildung, Wohnen, Kunst & Kultur

Los geht es am Freitag, 3. Juni 2016. An diesem Tag findet der Tagungsteil mit Workshops zu aktuellen Themen statt: Antidiskriminierungsarbeit und Zugangsfragen von Kita bis Uni, alternative Bildungsangebote für Geflüchtete, Plattformen zur Arbeitsvermittlung und Existenzgründung, Strategien für mehr Diversität in Kultureinrichtungen, Aktivismus mit künstlerischen Mitteln, Jugendproteste und Solidarität. Ausgangspunkt sind dabei immer wieder die Grundbedürfnisse Arbeit, Bildung, Wohnen und Kultur. Mit dabei sind zahlreiche Wissenschaftler und Organisationen.

Im Kern geht es um die Frage: Wie kam es dazu, dass die Kulturlandschaft sich plötzlich für „Geflüchtete“ zu interessieren beginnt, obwohl sie sich lange gegen Diversität in den eigenen Reihen gewehrt hat? Welche Entwicklungen sind in diesem Bereich zu erwarten und wie können sie positiv beeinflusst werden?

Festival am 4. Juni: Kiez-Touren, Projektvorstellungen, Performance und Musik

Info: Die INTERVENTIONEN 2016 möchten das Wissen und die Arbeit von Migranten- und Refugee-Selbstorganisationen im kulturellen Feld sichtbar machen, um gemeinsame Handlungsperspektiven und nachhaltige Strategien zum Abbau von Diskriminierung in Kultur und Gesellschaft weiter zu entwickeln und notwendige politische Forderungen zu formulieren. Alle Informationen zur Anmeldung, Zeit & Ort und Übersetzung der Veranstaltung in verschiedene Sprachen finden sich unter: www.interventionen-berlin.de

Am Samstag geht es an jenen Ort, der wahrscheinlich die höchste Dichte an Selbstorganisationen aufweist: Kreuzberg 36. Ausgehend vom Mariannenplatz finden geführte Touren durch den Kiez statt, bei dem die Initiativen in ihren Räumen besucht werden.

Die Teilnehmer besuchen Orte, die geschaffen wurden, weil es in vorhandenen Institutionen keinen Raum gab. Die Teilnehmenden begegnen künstlerischen und politischen Projekten im Gespräch und bei kurzen Lesungen. Auf dem Mariannenplatz und in der Aula der nahegelegenen Nürtingen-Schule präsentieren sich ab 15 Uhr zahlreiche, zum Teil bundesweite Projekte, die künstlerische Übersetzungen für ihre Arbeit von und mit asylsuchenden Menschen gefunden haben.

Den Abschluss bildet ein Konzert mit Gülina feat. Newcomer Youngsters, Exilistan Trio, Attackiert Das System, Fattouch, Spoken Word-Performance von i,Slam und einem Gastauftritt von DJ Ipek.

Das MiGAZIN ist Medienpartner von „Interventionen – Refugees in Arts & Education“.

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