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Immer mehr

Abgeschobene Flüchtlinge stranden am Frankfurter Flughafen

Eine Familie mit zwei Erwachsenen, vier Kindern, zehn Gepäckstücken und einem Kinderwagen stehet im Flughafen, hungrig und durstig, versteht kein Deutsch. Immer mehr Flüchtende stranden am Frankfurter Flughafen und wissen nicht wohin.

Seit Monaten stranden am Flughafen Frankfurt am Main Flüchtlinge, die von anderen europäischen Ländern nach Deutschland abgeschoben wurden. Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere sei seit Februar mit diesem Phänomen überlastet, sagte die Leiterin Bettina Janotta dem Evangelischen Pressedienst (epd). Während es im Januar noch kaum solche Hilfesuchende am Flughafen gegeben habe, stellten die im Rahmen der Dublin-Abkommen abgeschobenen Flüchtlinge inzwischen die große Mehrzahl der Klienten.

Insbesondere seit Schweden im vergangenen Dezember eine restriktive Flüchtlingspolitik eingeführt habe, würden Flüchtlinge per Flugzeug nach Deutschland zurückgeschickt, erklärte Janotta. Diese seien auf ihrer Flucht nach Europa zuerst in Deutschland registriert worden, danach aber weitergezogen. Im Februar kümmerte sich der Sozialdienst der Diakonie um 74 Flüchtlinge, im März um 205, im April um 76 und in den ersten dreieinhalb Maiwochen um 82 Flüchtlinge.

„Im typischen Fall steht eine Familie mit zwei Erwachsenen, zwei bis vier Kindern, zehn Gepäckstücken und einem Kinderwagen im Flughafen, hungrig und durstig, versteht kein Deutsch und weiß nicht wohin“, schildert Janotta. (epd/mig)