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Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Eingewanderte Berufe

Ausbildung zum Barista in der Kaffeeakademie

Was ein Bäcker oder Schuster macht, wissen wir in der Regel zumindest in groben Umzügen. Was wissen wir aber über Berufe, die zu uns eingewandert sind? Was macht beispielsweise einen Sushi-Koch in einem japanischen Restaurant aus oder wie wird man ein Barista?

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"Latte Art" © lianasmithbautista @ pixabay.com (CC 0)

DATUM28. April 2016

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Wir wissen wie hart der Beruf eines Bäckers ist. Wenn wir morgens in eine Bäckerei gehen und Brötchen kaufen, wissen wir zumindest in Grundsätzen, welche Arbeit dahintersteckt: Der Bäcker ist vermutlich schon seit wenigen Stunden nach Mitternacht auf den Beinen und hat bis zur Morgendämmerung auf Hochtouren gearbeitet, damit sogar Frühaufsteher etwas Frisches zu essen haben. Daran denken wir zwar nicht immer, wissen das aber und würdigen die Leistung hinter dem Brötchen.

Was wissen wir aber über Berufe, die zu uns eingewandert sind? Was macht beispielsweise einen Sushi-Koch in einem japanischen Restaurant aus oder wie wird man eigentlich zu einem „Barista„? Obwohl diese Berufsgruppen inzwischen zu unserem Alltag gehören, wissen wir wenig über sie.

Aufgaben eines Baristas

Der Barista etwa kommt ursprünglich aus dem Italienischen und heißt „Barkeeper“. In Italien ist ein Barista für fast jede Art von Getränk zuständig. In Deutschland dagegen beschränkt sich das Tätigkeitsfeld eines Baristas nur auf Kaffee. Ein Barista arbeitet in Cafés oder in Espressobars und ist für die Zubereitung der Kaffeespezialitäten zuständig.

Ein Barista verfügt über fundierte Kenntnisse in der Unterscheidung verschiedener Kaffeesorten, der Röstung, der Bedienung einer Kaffeemaschine und ihrer Wartung. Die meisten sind zudem in der Lage, die Kaffeeoberfläche mit Mustern zu verzieren, was allgemein auch als „Latte Art“ bezeichnet wird. Ein Barista muss in der Regel noch weitere gastronomische Aufgaben erledigen. Dazu gehören die Kundenberatung, das Servieren des Kaffees, die Bestellung und Lagerung neue Ware, Reinigungsarbeiten usw.

Wie kann man Barista werden?

Ein echter Barista hat in der Regel eine Kaffeeschule absolviert. Dort gibt es ein vielfältiges Angebot an Kursen und Seminaren, die belegt werden können. In der Barista-Ausbildung lernt der Schüler nicht nur Grundwissen über das Bedienen einer Kaffeemaschine, sondern erhält ebenso ein breites Wissen rund um den Kaffee. In den Kursen werden die Geschichte des Kaffees, der Anbau und die Gewinnung der Kaffeebohnen, sowie die Verarbeitung zum fertigen Heißgetränk gelehrt. Außerdem werden die verschiedenen Zubereitungsarten genau erklärt und die verschiedenen Kaffeespezialitäten und Kaffeemaschinen erprobt.

Mit Stift oder Schablonen lernen die angehenden Baristas auch das Verzieren des Kaffees, indem feine Muster mit dem Milchschaum gezeichnet werden. Ein Beispiel für eine Kaffeeschule, wo sich Gastronomen sich zum Barista ausbilden lassen können, ist beispielsweise die Tchibo Coffee Service Kaffeeakademie in Hamburg.

Dort werden unterschiedlichste Kurse angeboten, je nachdem in welchen Bereichen der Kaffeezubereitung der Schüler bereits Erfahrung hat oder nicht. Beispielsweise vermittelt der Kaffee Basic-Kurs allgemeines Wissen über den Kaffee selbst. Zudem werden die ersten Zubereitungsarten ausgetestet. Andere Kurse widmen sich der umfangreichen Bedienungsmöglichkeiten einer Espressomaschine, der Latte Art oder der perfekten Zubereitung des Kaffees in verschiedenen Größen. Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, einen Kurs individuell an den eigenen Kenntnisstand und die eigenen Ziele anzupassen.

Die Barista-Ausbildung SCAE schließt mit einem Zertifikat ab, welches dem internationalen Standard entspricht. Der Interessierte kann seinen Wissensstand selbst einordnen und dann entscheiden, ob er die SCAE Ausbildung für Anfänger, Intermediate oder Professionals machen möchte.

Wenn wir als demnächst in einem guten italienischen Café sitzen und eine „Latte Art“ bestellen, sollten wir vielleicht für einen Moment innehalten und uns bedanken für die Verköstigung. Darin steckt viel mehr Arbeit als man denkt – so wie in jedem morgendlichen Brötchen auch, in die wir dankbar reinbeißen. (lb)

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