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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Studie

Jeder Dritte hat Erfahrung mit Diskriminierung

In der bisher größten Umfrage hat die Antidiskriminierungsstelle Deutsche zu ihren Erfahrungen mit Benachteiligungen auf den Zahn gefühlt. Fast jeder Dritte fühlte sich demnach schon diskriminiert. Immer mehr versuchen inzwischen, sich zu wehren.

Zutritt verboten, Schild, Diskriminierung, Verbot, Seil
Zutritt verboten © superscheeli @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Erfahrungen mit Diskriminierung sind in Deutschland weit verbreitet. Nach einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie der Antidiskriminierungsstelle hat bereits jeder Dritte nach eigenen Angaben Benachteiligung erlebt. Am häufigsten wurde in einer repräsentativen Befragung von Diskriminierung aufgrund des Alters berichtet. 14,8 Prozent fühlten sich davon in den vergangenen zwei Jahren betroffen. An zweiter Stelle stand Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (9,2 Prozent).

8,8 Prozent erlebten Benachteiligung wegen ihrer Religion oder Weltanschauung, 8,4 Prozent aufgrund der ethnischen Herkunft. Diskriminierung sei kein Nischenthema, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, bei der Vorstellung der Studie.

Für die Studie wurden vom Bielefelder Institut für Sozialforschung und Kommunikation rund 1.000 Personen telefonisch befragt. Zudem nahmen etwa 18.000 Menschen ab 14 Jahre an einer schriftlichen Umfrage teil, in der sie Diskriminierungserfahrungen schilderten. Die Studie ist nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle damit die bislang größte zu dem Thema. Sie soll nun alle zwei Jahre wiederholt werden, um Entwicklungen aufzuzeigen.

Die Studie stellt nur subjektive Diskriminierungserfahrungen dar. Inwieweit es sich in einzelnen Fällen auch um juristisch relevante Fälle handelt, bleibt dabei offen. In diesem Jahr wird das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zehn Jahre alt, das Benachteiligungen aufgrund von Alter, Geschlecht, Ethnie, Religion, Behinderung und sexueller Orientierung verbietet. Die Antidiskriminierungsstelle will dazu im Sommer eine Evaluation vorstellen.

Vorausblickend zog Lüders bereits am Dienstag ein kurzes Resümee. Sie sagte, die Studie zeige, dass die Menschen in dem Bereich zunehmend sensibilisiert sein. Zudem begrüßte sie, dass sich viele Menschen gegen Diskriminierung zur Wehr setzten. Sechs von zehn Betroffenen gaben in der Umfrage an, gegen das Erlebte etwas unternommen zu haben. Die meisten machten öffentlich auf die Benachteiligung aufmerksam (27 Prozent). 14 Prozent holten sich Beratung ein, 17 Prozent beschwerten sich bei einer offiziellen Stelle. Geklagt haben dagegen nur sechs Prozent.

Lüders forderte, die Betroffenen hier weiter zu stärken und ihnen dabei zu helfen, sich zur Wehr zu setzen. Zudem sprach sie sich dafür aus, den Kriterienkatalog des Antidiskriminierungsgesetzes zu erweitern, da zunehmend Benachteiligungen aufgrund der sozialen Lage beklagt werden. Auch Diskriminierung aufgrund des Gewichts bei gesundheitlicher Ursache brachte sie als Kriterium ins Spiel.

Die Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung, Naika Foroutan, mahnte, Diskriminierungserfahrungen nicht zu unterschätzen. Für die Betroffenen sei es keine einmalige Sache, es gebe ein belastendes Erinnern daran, sagte Foroutan. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. Schön sagt:

    „Lüders forderte, die Betroffenen hier weiter zu stärken und ihnen dabei zu helfen, sich zur Wehr zu setzen…“

    Ich will auch von der Politik, von Naika Foroutan, und auch von ihrem Migazin gestärkt werden, wenn ich auf der Fußgängerzone für die „Deutsch-Israelischen Gesellschaft“ am Infotisch stehe, und sehr oft von Migranten, Araber und Türken angepöbelt werde, IsraelHass mir entgegengeschläudert wird, mit „Kindermörder Israel“ angegangen werde. Die Comunities der Migranten, die Imame, Naika Foroutan, die Schulen die Ausbildungsplätze…sollten da erzieherisch auf die jungen Leute einwirken. Man soll es nicht nur erwarten sondern die Tolleranz auch geben. Und das um so stärker von denen die die Unruhen, Ungerechtheiten und den Arbeitsmangel ihrer Ländern mit dem guten Leben in Deutschlan getauscht haben, also die Migranten.

  2. Yorgun Demokrat sagt:

    Lächerlich. Die Behinderung des beruflichen Aufstiegs von Bürgern mit Migrationshintergrund wird auch in dieser Studie nicht benannt. Die Zutrittsverweigerung an der Discotür ist wohl das einzige Pseudoproblem, was den Studienmachern einfällt. Die realen Probleme sind bis zur Unkenntlichkeit weichgespült.



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