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OECD

Investitionen in Einwanderer lohnten sich

In seinem Wirtschaftsbericht ermuntert die OECD Deutschland, mehr in die Ausbildung von Einwanderern zu investieren. Das koste zunächst Geld, zahle sich später aber aus.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland ermuntert, die Ausbildungs- und Arbeitssituation von Zuwanderern und Flüchtlingen zu verbessern. Die Fähigkeiten der Migranten könnten dann umfangreicher genutzt werden, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des diesjährigen OECD-Wirtschaftsberichts am Dienstag in Berlin. So sollten junge Migranten schneller zur Schule gehen. Zudem müssten die Lehrpläne um Deutschsprachkurse erweitert werden.

Auch der Zugang von Asylsuchenden zum Arbeitsmarkt könnte weiter erleichtert werden, sagte Gurría. Die meisten Asylbewerber können in den ersten 15 Monaten nach dem Einreichen eines Asylantrags nur dann eingestellt werden, wenn sich kein anderer geeigneter EU-Staatsbürger für die ausgeschriebene Stelle findet. Das betreffe auch Asylsuchende, die mit hoher Wahrscheinlichkeit für längere Zeit in Deutschland bleiben wollten, kritisierte die OECD. Diese Hindernisse sollten verringert werden. Die Verfasser des Berichts empfahlen darüber hinaus, Migranten aus Nicht-EU-Staaten häufiger bei öffentlichen Arbeitgebern zu beschäftigen.

Eine erfolgreiche Integration der Zuwanderer und Flüchtlinge erfordere zunächst erhebliche Investitionen, betonte der Generalsekretär. Diese lohnten sich jedoch. (epd/mig)