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Keine konkrete Spur ein Jahr nach Anschlag von Tröglitz

Knapp ein Jahr nach dem Brandanschlag auf die geplante Asylunterkunft in Tröglitz (Sachsen-Anhalt) muss der Fall offenbar ungelöst zu den Akten gelegt werden. Die Ermittler tappen weiter im Dunkeln. Bislang habe sich kein weiterer Tatverdacht ergeben, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Dienstag in Magdeburg. Es würden noch einige Wochen sogenannte Nachermittlungen geführt, bevor die Polizei das Verfahren an die Staatsanwaltschaft zur Entscheidung abgebe.

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Halle prüft dann, ob das Verfahren eingestellt oder Anklage erhoben wird. Eine Anklageerhebung komme allerdings nur in Frage, wenn sich ein hinreichender Tatverdacht ergeben habe, betonte ein Sprecher. In der Nacht zum 4. April 2015 war ein Brandanschlag auf das für 40 Asylbewerber vorgesehene Mehrfamilienhaus in Tröglitz bei Zeitz verübt worden. Es ist seitdem unbewohnbar.

Die Sicherheitsbehörden hatten für Hinweise auf den oder die Täter eine Belohnung von 20.000 Euro ausgelobt. Ein im Oktober als Tatverdächtiger festgenommenen Mann musste mangels Beweisen wieder freigelassen werden. Bereits Ende April waren nach einer Fernsehsendung, in der unter anderem Fotos und Zeichnungen präsentiert wurden, mehrere Hinweise eingegangen. Eine konkrete Spur hat sich daraus bis heute aber nicht ergeben.

Tröglitz im Burgenlandkreis hatte schon im März 2015 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, nachdem der ehrenamtliche Ortsbürgermeister Markus Nierth wegen Anfeindungen von Rechtsextremen von seinem Amt zurückgetreten war. (epd/mig)