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Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Umfrage

Große Mehrheit schämt sich für Übergriffe gegen Flüchtlinge

Bei gewalttätigen Protesten gegen Flüchtlinge skandieren Demonstranten häufig „Wir sind das Volk“. Wie eine aktuelle Umfrage jetzt belegt, schämt sich eine große Merheit des Volkes für solche Vorfälle.

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Ausschreitungen zwischen Flüchtlingsgegnern und der Polizei

Die große Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) schämt sich einer Umfrage zufolge für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge. 76 Prozent sind der Auffassung, dass Politiker die Übergriffe stärker verurteilen sollten, wie aus dem ARD-Deutschlandtrend hervorgeht, der am Montagabend veröffentlicht wurde. Demnach ist nur eine Minderheit (34 Prozent) der Meinung, dass die Behörden genug tun, um Ausländer und Flüchtlinge vor fremdenfeindlichen Übergriffen zu schützen. 58 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Befragt wurden 1.005 Männer und Frauen.

Einen europäischen Ansatz zur Lösung der Flüchtlingskrise halten der Umfrage zufolge 77 Prozent der Deutschen für sinnvoll, 20 Prozent sprechen sich für nationale Lösungen aus. Die Mehrheit ist allerdings skeptisch, ob sich dies umsetzen lässt: Nur 32 Prozent der Befragten halten eine Lösung der Flüchtlingskrise auf europäischer Ebene in naher Zukunft für realisierbar, 64 Prozent halten sie nicht für realisierbar.

Die Mehrheit (63 Prozent) der Deutschen befürwortet laut der Befragung die Einführung einer nationalen Obergrenze zur Aufnahme von Flüchtlingen. Den Einsatz der Nato in der Ägäis, der verhindern soll, dass Flüchtlinge über das Meer von der Türkei nach Griechenland kommen, finden 51 Prozent der Befragten richtig. 49 Prozent sprechen sich für eine Wiedereinführung der Grenzkontrollen zwischen den EU-Ländern aus, 49 Prozent dagegen. (epd/mig)

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