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IOM warnt

Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge stark gestiegen

Sowohl die Zahl der Bootsflüchtlinge als auch die Zahl der Toten sind im Vergleich zum Vorjahr drastisch gestiegen. UNHCR kritisiert restriktive Maßnahmen europäischer Staaten wie verschärfte Grenzkontrollen.

Im Januar dieses Jahres sind im Mittelmeer dreimal mehr Flüchtlinge ertrunken als im Vorjahresmonat. Bis zum 28. Januar seien 244 Männer, Frauen und Kinder auf See ums Leben gekommen oder als vermisst gemeldet worden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. Im gesamten Januar 2015 habe die Zahl der Toten und Vermissten 82 betragen. Im laufenden Jahr seien bereits 410 Flüchtlinge gestorben, die meisten von ihnen ertrunken.

Die Organisation erklärte den Anstieg mit der Rücksichtslosigkeit der Schlepperbanden. Die Menschenschmuggler pferchten die Passagiere in immer kleinere Boote. Diese seien oft nicht seetauglich und könnten schnell kentern.

Mehr als 83.000 Bootsflüchtlinge eingetroffen

Wie die Organisation außerdem mitteilt, sind in den ersten Wochen des Jahres 2016 mehr als 83.000 Bootsflüchtlinge in Europa eingetroffen. Auch diese Zahl Zahl sei im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr drastisch gestiegen.

In den gesamten beiden ersten Monaten des Vorjahres, Januar und Februar 2015, gingen demnach gut 12.000 Männer, Frauen und Kinder an Europas Küsten an Land. Laut dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR waren im Januar 2016 knapp 60 Prozent der Angekommenen Frauen und Kinder. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Das UNHCR äußerte wachsende Besorgnis über restriktive Maßnahmen europäischer Staaten wie verschärfte Grenzkontrollen. Einige Regierungen hätten die klare Priorität, Flüchtlingen die Einreise zu verweigern. Alle Flüchtlinge hätten aber einen Anspruch auf ein faires Asyl-Verfahren, betonte das UNHCR. (epd/mig)