MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär, PresseClub Regensburg, 15.9.2016

Motiv: Ausländerfeindlichkeit

Anklage nach Brandstiftung in Meißner Flüchtlingsunterkunft

Bis zu zehn Jahre Haft droht den beiden Männern im Fall eines Schuldspruchs. Ihnen wird schwere Brandstiftung in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft vorgeworfen. Motiv: Ausländerfeindlichkeit.

Justizia, Gerechtigkeit, Justiz, Recht, Urteil, Gericht
Justizia © mikecogh @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Mehr als sieben Monate nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Meißen hat die Dresdner Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Männer erhoben. Den beiden Beschuldigten im Alter von 38 und 41 Jahren werde schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Sie hätten aus ausländerfeindlichen Motiven gehandelt und in ihren Vernehmungen die Vorwürfe eingeräumt, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Dresden mit. Die Tatverdächtigen befinden sich seit Dezember in Untersuchungshaft.

Den beiden Meißner sollen in der Nacht zum 28. Juni 2015 gewaltsam in das Gebäude eingedrungen sein und eine Wohnung im ersten Stock angezündet haben. Laut Staatsanwaltschaft benutzten sie Brandbeschleuniger. Ein Raum brannte komplett aus. An der geplanten Flüchtlingsunterkunft sei ein Schaden von mehr als 200.000 Euro entstanden, hieß es. Es war zeitweise unbewohnbar. Inzwischen leben dort zwei Flüchtlingsfamilien.

Die Große Strafkammer des Landgerichts Dresden hat nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage zu entscheiden. Den beiden Männer droht im Fall eines Schuldspruchs eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

„Die Täter nahmen in Kauf, dass das Feuer auf die angrenzenden Wohngebäude übergreifen konnte“, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Sie hätten gewusst, dass sich zu dieser Uhrzeit Menschen in den angrenzenden Wohnungen aufhielten und durch das Feuer die Gefahr einer Rauchvergiftung bestand. Die Feuerwehr hatte ein Übergreifen des Brandes auf andere Gebäude verhindern können.

Zudem wird den beiden Männern vorgeworfen, am späten Abend des 14. August noch einmal in das Gebäude eingedrungen zu sein, um es für einen Einzug von Flüchtlingen endgültig unbrauchbar zu machen. Laut Anklage öffneten sie in zwei Bädern die Wasserhähne, um die Räume zu überschwemmen. Die Hähne der Etagenwasserleitung waren allerdings zusätzlich verriegelt, so dass kein Wasser floss. Auch im Keller mit dem Hauptsperrhahn hatten die beiden Männer den Angaben zufolge keinen Erfolg. Der entstandene Sachschaden beim Einbruch betrage 10.000 Euro. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...