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[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Sachsen-Anhalt

Philologen-Chef tritt nach flüchtlingsfeindlichem Text zurück

Sachsen-Anhalts Philologen-Chef Mannke wirft das Handtuch. Er hatte sich in der Verbandszeitschrift Sorgen über die aktuelle „Immigranteninvasion“ gemacht. Viele Flüchtlinge seien jung, ungebildet, muslimisch, kräftig und hätten Bedürfnis nach Sex.

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Cover der Zeitschrift des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt

Nach heftiger Kritik an seinen flüchtlingsfeindlichen Äußerungen hat der Vorsitzende des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt, Jürgen Mannke, sein Amt aufgegeben. Er trete mit sofortiger Wirkung zurück, „weil ich nicht mehr den uneingeschränkten Rückhalt meines Vorstandes genieße“, sagte Mannke der Magdeburger Volksstimme.

Die Erklärung gab Mannke nach einer Vorstandssitzung am Freitagabend ab. Der Hauptvorstand bestätigte den Rücktritt auf der Internetseite des Verbandes. Der Philologenverband ist die Fachgewerkschaft der Gymnasiallehrer.

Der Direktor des Goethegymnasium in Weißenfels hatte in einem Anfang November bekanntgewordenen Artikel in der Verbandszeitung mit seiner Stellvertreterin Iris Seltmann-Kuke vor Flüchtlingen gewarnt. In dem Text schrieben Mannke und Seltmann-Kuke über eine „Immigranteninvasion“ und „Flüchtlingswelle“ oder warnen vor angeblichen sexuellen Belästigungen durch Asylbewerber. „Wie können wir unsere jungen Mädchen im Alter ab 12 Jahren so aufklären, dass sie sich nicht auf ein oberflächliches sexuelles Abenteuer mit sicher oft attraktiven muslimischen Männern einlassen?, so Mannke und Seltmann-Kuke in dem Leitartikel der Verbandszeitschrift.

Später entschuldigten sich Mannke und Seltmann-Kuke und erklärten, für ein weltoffenes und demokratisches Sachsen-Anhalt zu stehen. Der Artikel hatte bundesweit für Empörung bei Parteien und der Bildungsgewerkschaft GEW sowie bei Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) gesorgt. Nach einem Gespräch mit der Verbandsführung hatte das Kultusministerium erklärt, auf disziplinarische Schritte verzichten zu wollen.

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