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Gewalt unter Flüchtlingen

Kritik an Massenunterkünften

Erneut ist es in Berliner Flüchtlingsunterkünften zu Schlägereien gekommen. Ursächlich für solche Eskalationen sind Experten zufolge die Massenunterkünften. Statt der vorgeschriebenen sechs Quadratmeter stünden Flüchtlingen nur zwei Quadratmeter zur Verfügung.

Flüchtlingsheim in Burbach
Flüchtlingsheim in Burbach

DATUM1. Dezember 2015

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RESSORTAktuell, Politik

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Nach mehreren Schlägereien in Berliner Flüchtlingsunterkünften wächst die Kritik an Massenunterkünften. Die Konflikte seien hausgemacht, erklärte der Berliner Flüchtlingsrat am Montag in der Bundeshauptstadt. Massenunterkünfte wie in den Hangars des früheren Flughafens Tempelhof seien unverantwortlich. 2.300 Menschen, darunter 800 Minderjährige, müssen dort seit Wochen unter menschenunwürdigen Bedingungen in drei großen Hallen auf allerengstem Raum zusammenleben. „Dass eine solche extrem beengte und völlig unzureichend ausgestattete Massenunterkunft Aggressionen fördert, war absehbar“, kritisierte Flüchtlingsrat-Sprecher Georg Classen.

Jeder Person stünden nur 1,5 bis 2 statt der gesetzlich vorgeschriebenen sechs bis neun Quadratmeter zur Verfügung. Statt ausreichender Sanitäranlagen gebe es lediglich Dixie-Klos ohne Möglichkeit zum Händewaschen, Duschen fehlten ganz, ebenso die Möglichkeit, Wäsche zu waschen.

Massenschlägereien

Am Sonntag war es im Hangar 3 des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof zu einer Massenschlägerei unter rund 100 bis 200 Flüchtlingen gekommen. Auslöser war nach Angaben der Polizei ein Streit an der Essensausgabe. Die Polizei nahm mehrere Menschen wegen Körperverletzungen vorläufig fest.

Auch bei einer weiteren Schlägerei in Berlin-Spandau gab es am Wochenende mehrere Verletzte. Zudem wurden Fenster zerstört, Sitzgarnituren umhergeworfen und Feuerlöscher entleert. In Angst und Panik flüchteten bis zu 500 Bewohner des Heims vorübergehend ins Freie.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) warnte daraufhin vor einer Zunahme der Gewalt und drohte beteiligten Flüchtlingen mit Gefängnisstrafen. «Es gibt Regeln in unserem Land. Wer sich nicht daran hält, für den gibt es bei uns auch andere Unterkünfte – mit verriegelten Türen und Fenstern», erklärte der Innensenator. Zugleich warnte auch er vor weiteren Massenbelegungen ohne ausreichende Sicherheitskonzepte. Mit der steigenden Zahl von Massenunterkünften stiegen auch die Spannungen. (epd/mig)

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