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Flüchtlinge könnten Rentenkassen entlasten

Auf die Rentenkassen wird der die aktuelle Situation rund um Flüchtlinge keine Auswirkungen haben. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel, sagte am Mittwoch in Würzburg, kurzfristig sei weder mit Steigerungen bei den Einnahmen noch bei den Ausgaben zu rechnen.

Die meisten Flüchtlinge würden zunächst auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sein, für die keine Beiträge zur Rentenversicherung entrichtet werden, erklärte Gunkel. Auch auf die Rentenausgaben wirkten sich die hohen Flüchtlingszahlen vorläufig nicht aus. Mit den Haupt-Herkunftsländern bestünden keine Abkommen, die Zahlungen zur Folge hätten, sagte Gunkel, der für die Arbeitgeberseite an der Spitze der Selbstverwaltung der Rentenversicherung steht. Auch die Inanspruchnahme anderer Leistungen wie etwa Reha-Kuren setze voraus, dass über mehrere Jahre Beiträge eingezahlt worden seien.

Wenn es gelinge, die Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtige Jobs zu bringen, könnten deren Beiträge die Rentenversicherung sogar entlasten, erklärte Gunkel. Die alternierende Vorsitzende aus dem DGB-Bundesvorstand, Annelie Buntenbach, erklärte, es komme nun darauf an, bei der Integration der Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt „schnell zu sein“. 70 Prozent der Neuankömmlinge seien jünger als 30 Jahre, jeder Zweite jünger als 25. Darin lägen erhebliche Chancen, die genutzt werden müssten.

Unabhängig von dieser Entwicklung würden im kommenden Jahr die Renten so stark steigen wie seit über 20 Jahren nicht mehr, verkündete Gunkel. Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland könnten sich auf eine Erhöhung ihrer Bezüge um vier bis fünf Prozent freuen. Endgültig werde die Rentenanpassung im kommenden Frühjahr festgelegt. (epd/mig)