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21.10.2015 – Bosnien, Muslime, Serben, Syrien, Terror, Türkei, Ausländer

Bosnien – 20 Jahre nach dem Krieg
Der Balkan: Als aus Nachbarn Feinde wurden. 1995 – 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Europa wieder gekämpft. Die blutigen Bürgerkriege im zerfallenden Jugoslawien fordern rund 100.000 Menschenleben, über zwei Millionen Menschen müssen fliehen oder werden vertrieben. Bis heute prägen der Krieg und seine Folgen die Region.

In den späten 1980er-Jahren beginnt der Zerfall Jugoslawiens. Schon lange schwelten in dem sozialistischen Vielvölkerstaat ethnische, sozialökonomische und politische Konflikte. Vor dem Hintergrund einer massiven Wirtschaftskrise und dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa fordern einzelne Teilrepubliken zunächst tief greifende Reformen und schließlich immer lauter ihre Autonomie. Als 1990/1991 Slowenien, Kroatien, Mazedonien sowie Bosnien und Herzegowina unabhängig von Jugoslawien werden wollen, stellen sich Serbien und Montenegro dagegen. Trotzdem erklären 1992 Bosnien und Herzegowina ihre Autonomie.

Erbitterte Gefechte zwischen den Streitkräften der Volksgruppen beginnen. Zugleich steigern sich die Spannungen zwischen muslimischen Bosniaken, bosnischen Serben und bosnischen Kroaten. „Und dann“, erinnert sich der Journalist Erich Rathfelder in Sarajevo, „haben alle aufeinander geschossen.“ Aus Nachbarn werden erbitterte Feinde. Alte ethnische, religiöse und ideologische Konflikte flammen wieder auf und entfachen im Sommer 1995 einen Flächenbrand: Bosnische Serben ermorden in Srebrenica über 8.000 muslimische Bosniaken. 20 Jahre danach zeigen Zeitzeugen und Experten neue Facetten und unbekannte Hintergründe des Balkankriegs auf. Sie sagen: Es waren nicht nur alte Spannungen zwischen einzelnen Volksgruppen, die irgendwann eskalierten, sondern: Dieser Krieg war politisch gewollt. Mi, 21. Okt · 22:00-22:45 · BR

Homs – Ein zerstörter Traum
Im März 2011 erreicht die Arabische Rebellion Syrien. Die ersten Demonstrationen gegen das diktatorische Regime von Bashar Al Assad finden in Homs, der drittgrößten Stadt Syriens, statt. In seinem Dokumentarfilm „Homs – ein zerstörter Traum“ schildert der junge syrische Filmemacher und Journalist Talal Derki die Geschichte des dramatischen Kampfes einer Gruppe junger Männer gegen das Regime von Bashar Al Assad, gedreht von 2011 bis zum Sommer 2013. (Talal Derki hat diesen verzweifelten Kampf über mehr als zwei Jahre bis April 2013 beobachtet.) Sein Film zeigt in beeindruckender Weise, wie aus jungen, pazifistisch gesinnten und säkularen Demonstranten kompromisslose, gottgläubige Kämpfer werden. Do, 22. Okt · 01:00-02:30 · SWR BW

Magische Orte in aller Welt
Türkei: Tanzende Derwische. Philippe Charlier ist Gerichtsmediziner, Anatom, Anthropologe und Paläopathologe. Parallel zu seiner Arbeit und Lehrtätigkeit bereiste er ein Jahr lang die Welt, um Orte mit einem besonderen Bezug zu Riten und Mythen aufzusuchen. Do, 22. Okt · 06:00-06:26 · arte