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Erneut massive Proteste vor Asylunterkünften

In mehreren Städten Ostdeutschlands ist es am Wochenende erneut zu massiven und zum Teil gewaltsamen Protesten gegen die Asylpolitik gekommen. Im sächsischen Schneeberg demonstrierten am Samstagabend laut Polizei etwa 1.200 Menschen gegen Flüchtlinge. Im thüringischen Gera versammelten sich ebenfalls am Samstag 1.500 Asylgegner. Zur gleichen Zeit hielten etwa 130 Asylbefürworter in der örtlichen Salvatorkirche ein Friedensgebet und eine Mahnwache ab.

In Halle stellten sich nach Angaben des Bündnisses „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“ am Samstag mehr als 600 Menschen einem Aufmarsch der Partei „Die Rechte“ mit 100 Teilnehmern entgegen. Die Proteste wurden auch von Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) unterstützt. In Leipzig demonstrierten am Samstag mehr als 500 Menschen gegen die geplanten Asylrechtsverschärfungen. Über das Gesetzespaket soll am Mittwoch im Bundestag abgestimmt werden.

In Dresden und Chemnitz kam es am Freitagabend zu Übergriffen und Attacken auf Flüchtlinge und Unterstützer. Dabei wurden in Dresden Medienberichten zufolge etwa 75 Asylbefürworter von einem rassistischen Mob aus rund 150 Rechtsextremen massiv bedrängt und bedroht, ohne dass zunächst die Polizei eingriff. Diese sei erst eingeschritten, als die Pöbler Flaschen und Böller warfen, hieß es.

Ausschreitungen gab es am gleichen Abend auch im Umfeld einer Notunterkunft in Chemnitz. Dabei wurden fünf Menschen verletzt. Die Opfer waren nach Polizeiangaben Asylbefürworter und wurden von einer Gruppe von zehn bis zwanzig Leuten attackiert. Eine weitere Attacke gab es auf Asylbewerber, die in der Nähe der Chemnitzer Notunterkunft in den Räumen einer Kirchengemeinde untergekommen waren. Dort warfen am Samstagmorgen Unbekannte sechs Fensterscheiben ein. Dabei wurde laut Polizei eine Frau im Gebäude leicht verletzt.

In Cottbus versuchten rund 400 Flüchtlingsgegner am Freitagabend ein Willkommensfest für Asylbewerber vor einer Notunterkunft zu sprengen. Sie wurden nach Polizeiangaben wenige hundert Meter davor von Polizisten aufgehalten, und die Versammlung wurde aufgelöst. (epd/mig)