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Haftbefehl

Mutmaßlicher Brandstifter von Tröglitz NPD-Sympathisant

Der Brandstifter in Tröglitz war offenbar ein Sympathisant der rechtsextremen NPD. Der Brandanschlag hatte im April bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft wirft Mann schwere Brandstiftung vor.

Der mutmaßliche Brandstifter der Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz in Sachsen-Anhalt ist nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Sympathisant der rechtsextremen NPD. Er wohne in derselben Straße, in der das abgebrannte Haus steht. Zudem soll der junge Mann zu dem Personenkreis gehören, die sich in den Monaten vor dem Brandanschlag im April an Protestmärschen gegen die Asylunterkunft beteiligt hatten. Organisiert wurden die sogenannten „Spaziergänge“ maßgeblich von dem NPD-Funktionär Steffen Thiel.

Laut der Zeitung postete der mutmaßliche Täter bereits im Januar, kurz nach dem Bekanntwerden der Pläne zur Unterbringung von Flüchtlingen in Tröglitz, das Parteilogo der NPD auf seiner Facebookseite. Im März teilte er ein Video des NPD-Kreisrats Thiel, der zu dieser Zeit die Proteste im Ort anstachelte. Unmittelbar nach dem Brand stellte der mutmaßliche Täter dann mehrfach Fotos und Videos vom Brandort auf seine Seite.

Der Brandanschlag auf das für 40 Asylbewerber vorgesehene Mehrfamilienhaus in Tröglitz bei Zeitz in der Nacht zum 4. April hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Das Amtsgericht Halle hatte am Donnerstag wegen des Vorwurfs der schweren Brandstiftung Haftbefehl erlassen. Ein versuchtes Tötungdelikt habe sich bisher nicht nachweisen lassen. Details wie etwa das Alter und die Herkunft des Tatverdächtigen wollte die Sprecherin zunächst nicht nennen.

Tröglitz hatte bereits im März bundesweit Schlagzeilen gemacht, nachdem der ehrenamtliche Ortsbürgermeister Markus Nierth wegen Anfeindungen von Rechtsextremen von seinem Amt zurückgetreten war. (epd/mig)